Der Tiefe Staat ist überall

Der Ex-Linke Jürgen Elsässer (und nach meiner Einschätzung jetzt ein vom russischen Staatsschutz gefütterter sog. investigativer Journalist, schon dessen „Kalaschnikow“ sah für mich nach einer russischen Protektion aus, hier eine interessante Recherche; auch der hier besprochene Scholl-Latour war mal Agent, nämlich der des französischen Geheimdienstes) kündigt auf seiner Website COMPACT ein Interview an, das zu den Hintergründen des Oktoberfestattentats Neues verspricht. Sogar Hoffmann, der Leiter jener Wehrsportgruppe, die darin verwickelt gewesen sein soll, hatte sich höchstpersönlich angekündigt. Davon hat Elsässer, u.a. auch wegen des massiven Protests aus den Reihen der Antifaschisten, wieder Abstand genommen.
Doch in seinem Blog geben sich weiterhin Vertreter jener ominösen „Querfront“ ein Stelldichein. Da plaudern sog. Spezialisten mit Provokateuren des Staatsschutzes so vor sich hin. Folgenden Kommentar habe ich dort hinterlegt. Auch in der Hoffnung, dass das nicht nur von Parteigängern der Querfront, bzw. vom Staatsschutz, gelesen wird.

Der Tiefe Staat ist überall
Spätestens seit der Susurluk-Affäre weiß es die Welt, dass das „Gladio-Netzwerk“ und der sog. Tiefe Staat in der Türkei mehr oder weniger identisch sind. Schon der letzte Militärputsch unter Kenan Evren war eine Aktion der Nato, geführt von der CIA, mithilfe ihres Gladio-Netzwerkes, dort in den Kontre-Guerilla aufgehend. Und wenn ich sage Nato, dann meine ich Nato, also alle darin eingeschlossenen Staaten. Also auch Deutschland.

Der im Susurluk-Skandal u.a. aufgeflogene Innenminister Mehmet Agar war ein Mann der ersten Stunde. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen ihm einmal persönlich vorgestellt zu werden. Zunächst war er ein kleiner Abteilungsleiter bei der Kriminalpolizei in Istanbul. Allerdings zur Bekämpfung sog. politischer Verbrechen. Damals verfolgte das Militärregime die Revolutionäre Linke mit allen Mitteln. Mehmet Agar war der Leiter einer sog. Todesschwadron, die sich allerdings nicht nur um die Liquidierung politischer Gegner bemühte, sondern so ganz nebenbei – die Türkei wäre nicht die Türkei, wenn es nicht so wäre – damit Geschäfte machte. Parallel zu seinem Auftrag, als Kommandant einer solchen Todesschwadron, baute er eine kriminelle Organisation auf. Schutzgelderpressung, usw, usf. Doch er trieb es so toll, dass eine Gruppe, namens Devrimci Sol (Revolutionäre Linke) auf ihn ein Kopfgeld ansetzte. So wurde er von der Abteilung zur Verfolgung politischer Straftäter zur gewöhnlichen Verbrechensbekämpfung versetzt. Schon witzig. Der Wolf im Schafspelz. Als Abteilungsleiter dieser Abteilung wurde er Verbindungsoffizier zur deutschen Kriminalpolizei. Zumindest wurde er in gewissen Boulevardblättern als solcher gefeiert.
Unter dem Bürgermeister Erdogan avancierte er zum Polizeichef Istanbuls. Dann schließlich unter Ciller zum Innenminister. Die übrigens mit ihm stürzte, und dabei etwa 20 Millionen Dollar mit in die „Rente“ genommen haben soll. Als Mehmet Agar stürzte, so ganz nebenbei hatte er auch noch den sog. Papstattentäter Ali Agca mit im Gepäck, der sich trotz internationalen Haftbefehls ganz legal in der Türkei aufhielt, blieb er so mächtig, dass er es sogar zeitweise wagte, sich als Nachfolger des Staatspräsidenten Demirels ins Gespräch zu bringen. Ich vergaß zu erwähnen: Die Agars und die Demirels waren dicke Freunde. Demirel machte damals auf sich aufmerksam, als er seinen Bruder aus Italien abholte, da dieser dort wegen Drogenhandels einsaß.

Inzwischen soll Agar er ein paar Jahre gesessen haben, doch wieder auf freiem Fuß sein. Nun ja, Erdogan verdankt ihm viel. Ohne die Liquidierung der revolutionären Linke, wäre sein Islamismus aus den Elendsvierteln Istanbuls nie heraus gewachsen.

Wie aktiv diese Bande noch ist, und zwar international, kann man daran erkennen, dass der Mord an einem Disko-Türvorsteher in Oberursel vor Jahren auf sein Konto gehen soll. So zumindest wurde mir das aus kurdischen Kreisen zugespielt. Was weniger bekannt sein dürfte, ist die Verwicklung von Staatsschutzbeamten in diesen Skandal. Kurz stand mal was davon in der Presse. Der Disko-Türvorsteher wurde von seinen Mördern über dessen Handy ermittelt. Vielleicht war das der Part der Staatsschützer.

Und nun diese NSU-Morde. Für mich tragen sie die Handschrift von Gladio. Die Morde selber scheinen gar keinen Sinn zu machen. Nur das Theater drum herum, darum geht es. Es ist Teil einer sog. Desinformationskampagne.
Wir werden daher nie etwas erfahren, schon gar nicht von Beteiligten, wie Hoffmann und Co. Die wären morgen tot, täten sie auch nur ein Wort verraten.
Auch sein öffentliches Auftreten ist Teil dieser Kampagne. Ziel ist es vor allem auch die Linke zu desorientieren. Schon die Existenz einer sog. „Querfront“ belegt den Erfolg dieser Aktionen.
Die antifaschistische Linke soll sich mit der faschistischen Rechten in einer Front zusammenschließen. So was bekommt man nur hin, wenn man der Linken das Gehirn wäscht, oder sie mit solchen Aktionen völlig verwirrt.
Gleich welche Teilwahrheiten wir von Hoffmann und seinen Gesinnungsgenossen erfahren, wir erfahren nur Lügen.
Der Tiefe Staat ist überall

juergenelsaesser.wordpress.com/2014/02/08/compact-prasentiert-streitgesprach-daniele-ganser-vs-karl-heinz-hoffmann-zum-oktoberfestattentat

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