Eine gigantische Masse scheint der Zeit entzogen

Eine gigantische Masse scheint der Zeit entzogen
Schon die Bürgerkriege in Afrika offenbaren einen Hass auf die Frauen, der mit „vernünftigen“ Maßstäben nicht zu fassen geht. Doch in Indien, der Wiege des Patriarchats, scheint der Geschlechterkrieg einem apokalyptischen Ende zuzueilen. Der Grund liegt aber nicht in der Vorgeschichte, das erscheint uns nur als Treppenwitz, sondern in der aktuellen Gegenwart. Die Quelle sind die gigantischen Gegensätze in diesem Riesenland. Klassengegensätze, ethnische Gegensätze, Religionsgegensätze, ja ganze Epochen spielen sich dort gleichzeitig ab, aufeinander, ineinander. Kastensysteme versus Klassen, die sich aber im kapitalistischen Subjekt zu verschmelzen suchen. Und mittendrin, der Antagonismus, der laut Friedrich Engels mit dem ersten Klassengegensatz in der Geschichte zusammenfiel: der zwischen Mann und Frau. Zu viel auf engstem Raum, zu schwer dessen Gravitationskräfte. Und wie am Ereignishorizont eines Schwarzen Loches zu beobachten, scheint eine gigantische Masse der Zeit entzogen – um eine neue zu gebären.

faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/indien-vergewaltigtes-maedchen-nach-anzeige-verbrannt

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