„Garant der Weltordnung“? Welcher?

„Garant der Weltordnung“? Welcher?
Von welcher Weltordnung ist hier eigentlich die Rede? Von der „westlichen“? Oder von der übrigen, definitiv nicht einheitlichen? Oder „nur“ von der kapitalistischen, also aktuell „globalen“? Und was macht es für einen Sinn – für die US-Amerikaner –, von einer „neuen Weltordnung“ zu reden, wo sie doch der Garant der bestehenden sein sollen? Hier wird mit unklaren Begriffen hantiert und Ideologie verabreicht, ohne eine einzige dieser Fragen beantworten zu können. Doch von den Antworten hängt es ab, in welche Richtung sich Interventionen steuern lassen, oder eben nicht. Für zwei Dinge sind die USA klar der Garant: für die kapitalistische Gesellschaft und für ihre Vorherrschaft innerhalb dieser. Eine Provokation für eine sich im Aufruhr befindenden Welt. Doch dem Kapital erscheint die Vorherrschaft der USA als alternativlos. Der NSA-Skandal macht das überdeutlich. Über die wichtigsten Fragen in der Außenpolitik und manchmal gar in der Innenpolitik entscheiden die USA – für die übrige kapitalistische Welt.

faz.net/aktuell/politik/ausland/amerika/syrien-das-dilemma-des-westens

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2 Kommentare

  1. tricky1
    Am 4. September 2013 um 20:43 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Der Schluss des FAZ-Beitrags zeigt, wie rasch Schubladendenken heutzutage zu unhaltbaren Folgerungen führen kann.

    Diesem Fehler entgehen auch Linke gelegentlich nicht 😉

  2. Am 6. September 2013 um 10:11 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich widerspreche Ihnen ausdrücklich nicht. Es ist ganz besonders innerhalb der Linken die Annahme verbreitet, dass wer im Besitz der richtigen Ideologie ist auch im Besitz der Wahrheit ist. Marx und Engels waren ausgesprochene Gegner von solch ideologischen Sozialisten. Die richtige Ideologie, oder nennen wir es den revolutionären Klassenstandpunkt, richtet furchtbaren Schaden an, wie wir alle wissen, wenn die Theorie vernachlässigt wird. Und diese beginnt mit der Philosophie und endet bei der Taktik, und vice versa. Mit dem Halbwissen der bürgerlichen Intelligenz, den „Spezialisten“, hat sich Ortega y Gasset so wunderbar auseinandergesetzt. Die verkürzte Perspektive des Spezialistentums ist allerdings selber nur eine „Halbwahrheit“. Ortega y Gasset, selber ein Philosoph der bürgerlichen Klasse, hat natürlich nicht die von vorneherein falsche Perspektive ob des falschen Klassenstandpunktes skandalisiert. Nicht das (scheinbar klassenneutrale) Spezialistentum allein ist das Problem, sondern eine Wissenschaft, die die Klasseninteressen der Bourgeoisie nicht anzutasten wagt. Das Denken in Schubladen könnte man, wie in diesem Fall hier, auch „eingebetteten Journalismus“ nennen.

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