Wo wäre denn der Aufstand gegen die Armut?

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Wo wäre denn der Aufstand gegen die Armut?
„Und dann muss man natürlich die Frage stellen, wie sich ein entwickelter Sozialstaat wie Deutschland mit offenen Grenzen vereinbaren lässt.“ Da wird sehr klug gegen den Konservatismus agiert, doch dieser Satz verrät den wahren Konservativen. Genauer: den wohlstandschauvinistischen Kleinbürger Stegemann. Es beginnt schon mit der kritiklosen Übernahme der Kategorie „Sozialstaat“, was ein kapitalistischer Staat per definitionem nämlich nicht sein kann. Er ist und bleibt – auch bei aller Formwandlung – ein Klassenstaat, der selbst und gerade bei der Verteilung von Transferleistungen die Privilegien der Herrschenden peinlichst beachtet (oben werden Millionen verteilt unten Cents). Und diese „Entwicklung“ besteht darin Techniken entwickelt zu haben, die Armut unsichtbar zu machen, was die jährliche Diskussion um die Frage, ob es „ein Fünftel“ oder „ein Siebtel“ sein sollen, dennoch jedes Mal peinlich demaskiert. Im Übrigen: wo wäre denn der reale Aufstand (das „Aufstehen“) gegen die Armut?

faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/interview-mit-bernd-stegemann-von-aufstehen

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