Die Allegorie auf Mamas böse Lieblinge

Die Allegorie auf Mamas böse Lieblinge
Ja, ein Archetypus. Eine herausragende Gestalt des Widerstandes der unterdrückten Völker, Ethnien und religiösen Minderheiten in der Türkei. Und ja: eine beeindruckend männliche Gestalt. Ein Liebling daher der Frauen. Doch jene „Männlichkeit“, einerseits patriarchal konnotiert, andererseits dem Filmstar angehängt, wagte das Regime nicht anzutasten. Seine Filme waren daher gerade als Portrait seiner selbst die Aura die ihn schützt. Widersprüchlich, kryptisch, eine Allegorie auf die komplexen Klassen- und Bewusstseinsstrukturen in der Türkei – besonders der Männer. Daher auch tastend, suchend, immer wieder die Frauen zu gewinnen trachtend. Letztlich eine Verhöhnung derer, die sich als mächtige „Männer“ wähnten, doch Kinder, wenn sie diese nicht vernichten, zu ihren Frauen machen. Er war „männlicher“ – reifer. Die Kritik des Attributs „männlich“ greift dort zu kurz, wo die Phase der „Männlichkeit“ sich noch pubertierend zeigt. Auf wen wirkt ein Erdogan nicht wie Mamas böser Liebling?

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