Aleviten vs. Sunniten

Obwohl schon zu erwarten war, dass die FAZ diesen Beitrag nicht freischaltet – allein wegen der Erwähnung des Massakers an den Aleviten in Dersim und der Rolle Inönüs hierbei, des einst engsten Kampfgefährten Mustapha Kemals (dem „Vater der Türken“/“Atatürk) -, ist es schon eine erwähnenswerte Anekdote, dass die Co-Redakteurin („social media“) dieser „frechen“ Erdogan-Wahlkampfhilfe, die wohl türkischstämmige Aylin Güler, ihrer eigenen Darstellung nach, in der auch mit Erdogan vor dem Fernseher poussiert wird), in Persona bestätigt, wie doch der Kemalismus und Islamismus die zwei Seiten ein und desselben türkisch-sunnitischen (mörderischen) Chauvinismus sind.

Aleviten vs. Sunniten
Obwohl wir die Kurden aus der Türkei meist als Aleviten kennen, was auch kein Wunder ist, denn die Kurden werden auch ob ihrer religiösen Zugehörigkeit von den mehrheitlich sunnitischen Türken unterdrückt und verfolgt. Und als solche kennen wir sie. Die bekannten Massaker fanden in aller Regel in den alevitischen Provinzen statt, wie z.B. in Dersim in den 30er Jahren (dem damaligen Ministerpräsidenten Ismet Inönü wird folgendes verbrecherische Versprechen zugeordnet: Wir werden die Kurden wegmachen, wie die Armenier), gibt es natürlich auch sunnitische Kurden. Diese wählen, darin ähnlich ihren türkischen Glaubensbrüdern, oft sunnitisch geprägte Parteien. Und Erdogans AKP präsentiert sich als eine solche. Das politische Bewusstsein dieser Kurden ist nicht sehr ausgeprägt. Sie denken immer noch in religiösen Kategorien. Ähnlich schlecht steht es auch um ihre Bildung. Ein Ausdruck des doppelten Versagens der sog. Kemalistischen Revolution, dessen nationalistisches Türkentum mit analphabetischem Sunnitentum in eins fällt. Fortschrittliche Kurden gibt es nur da, wo es auch fortschrittliche Türken gibt – unter den Aleviten wie anderen Minderheiten.

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