Sich was in die Tasche zu lügen, macht auch nicht schmerzfrei

So wie es aussieht, werden meine Beiträge bei Don Alphonso nicht mehr freigeschaltet. Und auch wenn die Bloggerin – Katharina Nocun -, also als Don Alphonsos Gastschreiberin in dessen Blog „deus ex machina“, dafür vielleicht die unmittelbare Verantwortung zu tragen hat (vielleicht ist es ganz simpel, und sie hat sich „nur“ über die Grammantikkorrektur geärgert), glaube ich darin eine gewisse Tendenz zu entdecken. Bei den „eingebetteten“ Blogs im Allgemeinen und bei Don Alphonso im Besonderen. In letzter Zeit wäre das nicht das erste Mal, dass er mich blockiert, bzw. mich erst nach mehrmaliger Aufforderung freischaltet. Ein Verhalten, das mir schon angelegt schien, als er sich in seinen schon hysterisch anmmutenden Attacken gegen sog. „Antideutsche“, resp. „Antifa“-Kräfte, innerhalb der Piratenpartei, kaum noch beruhigen ließ. Obwohl vielleicht nur ein Scheinmanöver, entdecke ich da bei ihm eine ungewohnte Dünnhäutigkeit. Was auch zusammenfällt mit einem Publikum, das seine Satire nicht mehr als Satire zu begreifen scheint, sondern als selbstgefällige Selbstbestätigung. Und ihm scheint das zu gefallen. Die Kunstfigur „Don Alphonso“ erfährt eine Umwidmung, die immer weniger den „Klassenkampf von oben“ als Kunstgriff, mit der Absicht diesen zu blamieren, betreibt, denn als Teilhabe an diesem Klassenkampf. Im Nachhinein lässt sich das als die Anbahnung eines Schmusekurses, gewissermaßen der linken Bohème, zu der ich Don Alphonso zählen würde, mit dem sich radikalisierenden aber bis dato liberal auftretenden Teil des transnationalen Finanzkapitals entziffern. Auch die immer wieder auftauchende Spengler-Zitiererei, ließ mich aufmerken.

Der linke Bohème folgt dem „Wutbürger“ auf den Fuß. Und er folgt dem Sirenengesang des Teils des Finanzkapitals, das die Verwertung des Werts auf ein neues Subjekt hin betreibt – die Intelligenz! Die Proletarisierung, um nicht zu sagen: Prekarisierung der Intelligenz, ist die Konsequenz aus einem hochorganischen Kapital, das nicht mehr auf die Ausbeutung der Zeit (die Lohnarbeit des Industrieproletariers) setzen kann, sondern auf die „Wissenschaft“ schlechthin. Doch ziemlich sinnlos, sich auch diesbezüglich was in die Tasche lügen zu wollen. Eine Wissenschaft wird es dann nicht mehr geben, so wenig wie eine kleinbürgerliche, sprich: sich selbst verwertende Intelligenz. Wie der freigesetzte Bauer des späten Mittelalters zum Menschenmaterial für den „freien Industrieproletarier“ umgeformt wurde, so wird der freigesetzte, will heißen: obsolet gewordene Intellektuelle im „Postkapitalismus“ (einen besseren Begriff habe ich leider auch nicht; an dieser Stelle verweise ich immer wieder auf die entsprechenden Stellen in Marxens „Grundrisse“, unter der Rubrik „Fixes Kapital und Produktivkräfte der Gesellschaft“, vgl. auch: Maschinenfragment, wo sich Marx auf geradezu visionäre Weise mit dieser Thematik auseinandersetzt), zum Proletarier von morgen. Der letzte Lohnarbeiter wird ein Geistesarbeiter sein, sagte ich vor nicht all zu langer Zeit.

Sich was in die Tasche zu lügen, macht auch nicht schmerzfrei
Also mit der Grammatik haberts noch: „Da waren viel Natur und noch mehr Bauernhöfe“, meinen Sie doch wohl. Dann aber wiederum: „Und das einzige Verbrechen von Netzpolitik war, dass sie sich anmaßte…“
Ansonsten ist der Beitrag nicht so übel, wenn man von dem letzten Satz mal absieht. Ich glaube nämlich nicht, dass ein neuer Bundesanwalt etwas ändern wird. Und es wird Zeit, dass das offen ausgesprochen wird. Die Verantwortung für diese Politik hat die Regierung zu übernehmen, bzw. das Kapital, für das diese Regierung sich nicht mal mehr schämt. Nicht einzelne Minister, auch nicht der geschasste Bundesanwalt, ja nicht mal die Chefs der Schnüffeldienste. Das ist erklärte Politik, die sich frei macht von jeglicher Kontrolle durch den Bürger. Sie wähnt sich auch „alternativlos“. Wir folgen da den USA, bzw. auch den anderen Oligarchien, Monarchien und Mafiastaaten auf den Fuß, wenn auch mit etwas zeitlichen Abstand. Das Volk der Dichter, Denker und Stänkerer (neudeutsch: „Wutbürger“) braucht ein bisschen länger. Der Wahrheit ins Auge zu sehen, mag schmerzlich sein, doch sich was in die Tasche zu lügen, macht auch nicht schmerzfrei.

blogs.faz.net/deus/2015/08/04/wie-viel-landesverrat-braucht-das-land

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