Was hilft es, wenn die „Waffe der Kritik“ nicht in die „Kritik der Waffen“ umschlägt?

Was hilft es, wenn die „Waffe der Kritik“ nicht in die „Kritik der Waffen“ umschlägt?
Was also bleibt von dem Ökonomen Marx? Kein abgeschlossenes Werk, nicht einmal eine einzige wirkungsmächtige Theorie. Aber eine zerklüftete Landschaft wilder Ideen und überraschender Wegbiegungen, die man mit intellektuellem Gewinn auf immer neuen wegen durchwandern kann.“ Allein die Werttheorie ist es wert, als wirkungsmächtige Theorie bezeichnet zu werden. Erst die „Arbeitswerttheorie“ überwand den Mystizismus der politischen Ökonomie des Bürgertums. Ohne diese Theorie wäre es bei Adam Smiths „unsichtbarer Hand“ geblieben. Die Bourgeoise scheint in ihren diesbezüglichen „blinden Fleck“ so verliebt zu sein, wie im Hass verbunden gegen den „tendenziellen Fall der Profitrate“. Letzteres lüftet erst des Finanzkapitalismus‘ „zerklüftete Landschaften“.

Doch was hilft es, wenn der Klassenkampf die „Kritik der politischen Ökonomie“ nicht zu Ende führt, wenn die „Waffe der Kritik“, nicht in die „Kritik der Waffen“ umschlägt, wenn dem Proletariat die Teilhabe an den imperialistisch erwirtschafteten Extraprofiten wichtiger ist, als die volle Kontrolle über den von ihm erwirtschafteten Mehrwert, wenn das Subjekt politisch wie moralisch auf das Niveau eines römischen Pöbels hinabsinkt? Was hilft es, wenn das Sklavenbewusstsein einfach nicht dem Klassenbewusstsein weichen will? Die marxsche Theorie ist Anleitung zum Handeln, doch das Handeln kann sie nicht ersetzen. Man könnte dieser Theorie natürlich vorhalten, dass sie die revolutionären Möglichkeiten des sog. „revolutionären Subjekts“ überschätzt.

Doch wo die Waffe der Kritik, bevor sie in die Kritik der Waffen umschlägt, die Selbstkritik beinhaltet, wird das nicht leicht. Die Abschaffung der Klassengesellschaft, wenn auch als solche auf der „objektiven Agenda“, ist keine leichte Aufgabe. Die Erinnerungen aller bisherigen Klassengesellschaften sind im Bewusstsein der Massen – als Muttermale quasi – solange eingeschrieben, bis die letzte aller Schlachten geschlagen ist. Somit auch das Sklavenbewusstsein, der letzten 5000 Jahre.

Doch welche Angst die Herrschenden haben, vor dieser letzten Schlacht, zeigen nicht nur die Verbrechen dieser Herrschenden an ihren Völkern, nicht erst seit eines Marxens Schaffen, sondern ganz aktuell mal wieder jene paranoid anmutende Verschwörung der Geheimdienste – rund um den Globus. Jener Angriff nämlich ganz zentriert auf dieses Bewusstsein.
Es macht also Sinn, das revolutionäre Subjekt noch nicht aufgegeben zu haben, und mit diesem die marxsche Theorie.

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2 Trackbacks

  • […] obsolet wird, ist nicht nur die Mehrwertaneignung in Gefahr, sondern der Wert überhaupt. Ohne den Wert der Ware Arbeitskraft verkommt die Warenbewegung zu einem inhaltsentleerten Kultus. Ähnlich darin dem Fasching, welcher […]

  • Von Wenn die Klassengesellschaft nicht wäre am 14. Januar 2014 um 12:20 Uhr veröffentlicht

    […] die Hungerflüchtlinge. Die Verantwortlichen sind ehe dieselben. Und so wenig es legitim ist, die „Kritik der Waffen“ gegen die „Waffe der Kritik“ (Karl Marx) auszuspielen, so unlauter ist es, die die den Widerstand geistig und technisch begleiten, als […]

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