Immer mit dem Daumen auf dem Nabel der Zeit
Na, wenn das nicht verspricht ein interessanter Abend zu werden. Jedenfalls für Linke, für Marxisten. Und in Frankfurt/Main. Erst – um 19:15 Uhr – Oskar Negts „Verhältnis zur Frankfurter Schule“ im Institut für Sozialforschung, Senckenberganlage 26, Frankfurt/Main. Dann Enzensbergers „Digitales Ich“ (bekannt auch mit seinem „Das digitale Evangelium“) bei Beckmann. Beide bekannt dafür, wie sie den Daumen immer auf dem Nabel der Zeit haben. Es wird mir der Kopf rauchen, aber ich freue mich. Auch bei aller Kritik, die ich persönlich habe.
Farbe bekennen, Herr Meier!
Von wegen „Zukunft“. Das wird aktuell diskutiert und auch entschieden. Denn vom Ergebnis hängt unsere ganze Zukunft ab! Also Farbe bekennen, Herr Meier!
Es geht um mehr als um unsere politischen Rechte
@Lorenz: Bei aller Kritik, die auch ich an Enzensberger habe, ich habe sie mehrfach auch hier in der FAZ geäußert, so halte ich ihn für einen großen Kopf innerhalb des philosophisch-literarischen wie u.U. auch soziologischen Diskurs‘. Das Thema sehe ich richtig benannt. Vom „Subjekt zum Datenträger“ formulierte ich es mal so ähnlich. Und ähnlich darin dem „gestörten Ich“ eines „Borderliner“, kann ein solches Subjekt Realität von Wunschdenken (Virtualität) kaum noch unterscheiden. Dieses Subjekt, dieses „Ich“, wird eine konstruierte Persönlichkeit aufweisen. Jene wird digital manipulierbar sein, so wie unser digitaler Fingerabdruck. Alle Gefährdungen unserer Rechte, wie wir sie in der Vergangenheit schon oft erlebt haben, und wie wir es selbstredend jetzt auch wieder erfahren, werden da in den Schatten gestellt sein. Es geht um mehr als um unsere politischen Rechte, als politisches Subjekt, es geht um unsere persönlich-psychologische wie sozial-gesellschaftliche, ja gar biologisch-anthropologische Identität.
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