Worin Europas Versagen wirklich liegt

Dass dieser Beitrag nicht freigeschaltet wird, war mir fast klar. Und auch aus mein.faz.net haben sie den Beitrag schnell entsorgt. Zu sehr nagt diese Kritik an der Staatsräson statt Journalismus der FAZ. Und das zeigt sich gerade in deren Haltung zu Erdogan und damit natürlich auch zu den Opfern Erdogans, wie dieser Tage an dem mehr als feigen Rückzieher der FAZ in Bezug auf die Solidarität mit dem Journalisten der WELT Deniz Yücel, der zur Zeit, und wer weiß wielange, in der Türkei im Gefängnis festgehalten wird. Die offiziel geübte Kritik an Erdogan, und das demonstriert die FAZ am deutlichsten, ist nicht mehr und nicht weniger als reines Feigenblatt, die reinste Heuchelei. Ein längst nicht mehr nur journalistischer Tiefgang ohne gleichen.
Nachtrag: Hab den Beitrag, etwas abgeändert, in einem anderen Kontext aber untergebracht.

Worin Europas Versagen wirklich liegt
Der Artikel hört sich so an, als wäre Erdogan „rachemäßig“ im Recht. Doch Tatsache ist doch, dass die Türkei niemals demokratisch gewesen ist (allerdings auch nicht viel undemokratischer als so gewisse ehemalige Ostblockstaaten, die heute in der EU sind), somit zu keiner Zeit ein echter Kandidat für die EU hätte sein können/dürfen. Auch und gerade unter Erdogans Zeit als noch gemäßigter Islamist, war deutlich zu erkennen, wohin die Reise geht. Gerade in der Zeit seiner Kumpanei mit der sog. Gülen-Bewegung wurde doch jene schleichende Infiltration durch den Islamismus vollzogen, von der jetzt Erdogan sich auf so scheinheilige wie unehrliche Weise zu trennen vorgibt. Erdogan war von Beginn an auf sein ottomanisch-islamisches Projekt fixiert. Schon die „privilegierte Partnerschaft“ war daher ein Versprechen, das nicht einzuhalten war, bzw. eingehalten werden durfte. Doch da das geschah, wurde Erdogan solange verharmlost, bis es zu spät war. Und darin liegt Europas Versagen.

faz.net/aktuell/politik/ausland/tuerkei-sucht-neue-buendnisse-im-osten

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