Der Deutschen Weltgeist und eines Russen Größe

Der Deutschen Weltgeist und eines Russen Größe
Ich habe hier noch einen weiteren Aspekt, den ich zu Helmut Schmidts „Putinverstehen“ in der Faz.net als Leserkommentar gepostet habe, und der auch in meinem Blog nachzulesen ist. Diese doppelzüngig daherkommende Politik der herrschenden Klasse verstärkt diese von Ihnen angedeutete ambivalente Beziehung des deutschen Volkes zum russischen. Diese Ambivalenz beruht in ihren tieferen Schichten aber auf einer gewissen Gemeinsamkeit beider Völker. Eine Gemeinsamkeit, die auch ob ihrer Widersprüchlichkeit Projektion wie Missverstand evoziert. Beide Völker verbindet eine gewisse romantische Verblendung, ein antirationaler Zug. Die Oktoberrevolution war nicht nur eine russische Angelegenheit, sondern recht schnell eine urdeutsche. Die 1000-jährigen Reiche, beider Völker, im Mythos verklärt, wie in der Bedrückung verinnerlicht. Die Oktoberrevolution versprach eine elegante Lösung: Erhaltung der Größe, wie Entlastung von dieser Größe. Und bis heute sehen sich nicht wenige Deutsche, quer durch alle Lager, wie es scheint, darin so gespiegelt, wie aufgehoben. Und genau auf diese Karte setzt auch Putin. Den einen spielt er Väterchen Zar, den anderen den Stählernen. Doch während das russische Volk sich offenbar ungebrochen in der Größe eines Einzelnen aufgehoben sieht, mags der Deutsche etwas dialektischer. Die Größe will ihm mit Hegel ein Weltgeist sein, ein deutscher.

zeit.de/2014/16/russlanddebatte-krimkrise-putin

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