Peergroupschwülstigkeit

Peergroupschwülstigkeit
So nachdem ich jetzt die ganzen Links durchgegangen bin, bin gottseidank ein Schnellleser, wenn es sein muss, stelle ich zunächst fest (abgesehen davon, dass ich diesbezüglich bisher etwas unterbelichtet gewesen sein muss), dass mir diese ganze Selbstbezogenheit furchtbar auf die Nerven geht. „Ich möchte, dass es mir gut geht. Ich möchte mich nur mit Leuten umgeben, die mir gut tun.“ Usw. usf. „Du lieber Himmel“, möchte ich nach Art Thorsten Haupts‘ fast aufmerken: ein gutes Glas Wein tut es manchmal auch. Ich dachte immer, ich kenne mich in der Frauenwelt etwas aus. Eros-Sex-Liebe ist für mich nicht nur hochpolitisch, sondern sehr persönlich besetzt. Die Gemeinde hier kennt das. Doch ein diesbezüglicher Exhibitionismus bleibt mir so fremd, wie eines Brüderles Vorliebe für gewisse Dekolletés. Doch dass ich da noch eine Menge Illusionen abzulegen habe, das habe ich schon bemerkt, sonst hätte ich vermutlich nicht die Borderliner-Erfahrung, von der ich in letzter Zeit berichte. Oh, jetzt werde ich selbstbezüglich, sorry. Doch irgendwas muss mir darüber hinaus noch entgangen sein. Ist das alles, was vom Feminismus übrig geblieben ist: diese Peergroupschwülstigkeit? Die lieben sich alle, wenn sie sich nicht gegenseitig in die Pfanne hauen. Dieses Denunziantentum, was dann als Ernüchterung – nach der großen Liebe – verkauft wird, ist für mich, also nach meiner (Hetero-)Erfahrung, nicht von ungefähr in den Borderliner eingeschrieben. Begreifen das irgendwann diese Mädchen? Oder muss ich annehmen, dass deren Feminismus nur den (weiblichen) Borderliner kompensiert?

So viel Spaß macht der Sex doch gar nicht
@Moritz und all die anderen Matriarchatskennern: Ich denke, ich habe mich mit meinem Beitrag schon auf das denkbar niedrigste Niveau begeben – für einen Marxisten. Auf jeden Fall erhebe ich darin keinen Anspruch auf Analyse. Auch ein Marxist spricht mal aus dem Bauch, doch bewegt er sich da in aller Regel noch über der Gürtellinie. Dass der Engels hier angesprochen worden ist, halte ich daher für einen Unfall. Denn hier wird doch nicht ernsthaft das Matriarchat diskutiert. Das Patriarchat gibt sich ein Stelldichein. Das Äußerste, was ich dazu anzubieten hätte, wäre daher „Das Patriarchat“ von Ernest Bornemann. Ich hab mehr als einmal darüber geschrieben.

Eine wirklich gute Erkenntnis übrigens, dass die „Frauen nicht monogam“ seien. Doch die Männer sind es auch nicht. Über Jahrtausende sollten die Frauen zur Monogamie gezwungen werden. So sollte sichergestellt werden, dass der Nachwuchs von dem Angetrauten stammt. Die Diskussionen allerdings über die Kuckuckseier heute zeigen, dass das nie funktioniert hat. Nicht bei den Menschen, sowenig wie bei den Affen. Auch bei den streng auf das Alphamännchen ausgerichteten Gorillas gelingt es den Weibchen fremd zu gehen. In der Natur herrscht das Gesetz, dass das Weibchen immer auf der Suche ist nach der besten Gene und das Männchen nach der Verbreitung seiner Gene. Daraus ergibt sich ein Antagonismus. In der menschlichen Gesellschaft wurde dieser Antagonismus mit dem Klassenantagonismus zusammengebracht. Daher Engels Aussage, dass die Unterdrückung der Frau in der Geschichte mit dem ersten Klassenantagonismus zusammenfällt.

Nach Bornemann bewegt sich die Gesellschaft in Richtung Androgynität. Wir können das u.a. auch an der Mode erkennen. Sie scheint dem vorweg zu greifen. Das passt übrigens gut zusammen zu den Erkenntnissen des Genetikers Bryan Sykes, der festgestellt hat, dass „Adam“ ausstirbt, in etwa 150000 Jahren. Die Spezies Mensch, falls es diese dann überhaupt noch gibt, wird sich dann vielleicht durch Selbstbefruchtung oder Klonen fortpflanzen.
Sind wir doch ehrlich, und wenn man das hier alles so liest: So viel Spaß macht der Sex doch gar nicht.

Dass die bürgerliche Ehe die Kehrseite des Puffs ist, scheint dort wie hier nicht angekommen
Wie sind wir eigentlich von dem Kleinmädchen-Feminismus auf dieses Thema gekommen – die sexuellen Vorlieben unserer Mitmenschen (über die eigenen schweigt der Gentleman)? Doch wenn wir schon beim Thema sind, ich hätte da was hinzuzufügen. Ein Freund von mir, ein junger Mann, Student der Sexualwissenschaften, macht seine Praktika bevorzugt in gewissen FKK-Clubs, Sie wissen schon, die von den Hells-Angels und Anderen. Er erzählt mir hin und wieder, was er an Erfahrungen von dort mitbringt. So treffen sich dort zunehmend junge Leute – beiderlei Geschlechts.

Der FKK-Club als Begegnungsstätte außerhalb des Campus gewissermaßen. Doch als Verlängerung desselbigen? Die jungen Leute, alle im besten Alter, manche gar schon heiratsfähig, ziehen die Dienste von professionellen Damen für gewisse Stunden der üblichen Partnerschaft vor, zumal sie nicht selten dort Kommilitoninnen treffen, die sie bereits kannten. Julia, die Jurastudentin, die zukünftige Staatsanwältin vielleicht, die sich da ihr Stipendium (oder den Bafög) aufbessert, zum Beispiel. Eine lustige Gesellschaft, die sich im Klaren darüber ist, wie sehr nicht nur die bürgerliche Ehe, sondern mit dieser jede monogame Geschlechtsbeziehung im Arsch ist. Nicht nur ob des Armutsrisikos Nr. 1 – geschieden sein; nein, ob der Doppelmoral (25 % aller Studentinnen sollen sich ihr Studium durch Prostitution finanzieren) und der sexuellen Langeweile, wie sie sich in den Partnerschaften in aller Regel schon nach einigen Wochen einstellt. Und ohne Gummi geht’s seit AIDS eh nirgendwo mehr.

Bei dieser Gelegenheit fällt mir ein, was da gerade in Frankreich passiert ist. Dort werden die Freier bestraft, wenn man sie mit Prostituierten erwischt. Dass die dann ins Saarland ausweichen, das ist nur eine Anekdote. Wenn die Schwarzer mit ihrer Kampagne Erfolg hat, und vieles spricht dafür, wird’s auch in Deutschland so ähnlich zugehen. Man diskutiert noch darüber, ob man die Zwangsprostituierten von den Anderen trennen kann.
Und wenn ich jetzt diese beiden Geschichten unter einen Hut bekomme, erhalte ich folgendes Bild:
Die Schwarzer mobilisiert die letzten ihrer Amazonen um die bürgerliche Ehe zu retten. Ist das nicht komisch?

Was sich hier nämlich auftut, ist quasi das männliche Pendant zum Sexstreik der Lysistrate . Der bürgerliche Mann verweigert sich der bürgerlichen Ehe. Zugegeben, noch eine Vision. Die Keimzelle der bürgerlichen Gesellschaft in Gefahr? In CSU-Kreisen zumindest scheint das ausgemachte Sache. Nur was hat Schwarzer damit zu tun? Sie gehört zum Netzwerk dieser Kreise. Ich hab das mehrfach kommentiert. Da haben sich gewisse „Jakobiner“, ein Sarrazin gehört auch dazu, zusammengetan, um die Moderne zu retten. Vordergründig schien es gegen den Islam zu gehen, aber wie wir sehen, haben diese Herrschaften höhere Ziele. Und die zum Teil sehr aggressiv geführten Debatten über Kinderverweigerung bis hin zum Kindesmissbrauch gehören in dieselbe Schublade.

Dem Eheverweigerer/Kinderverweigerer/“Perversen“ soll die letzte Möglichkeit genommen werden, seinen sexuellen Lüsten außerhalb der Ehe, bzw. der dieser gleichzustellenden (nicht ganz die CSU-Lesart) monogamen Beziehung, zu frönen. Dass die bürgerliche Ehe die Kehrseite des Puffs – ist, scheint dort wie hier einfach nicht angekommen.

stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2014/01/29/kein-anschluss-unter-diesem-aufschrei
und:
blogs.faz.net/deus/2014/01/29/kein-anschluss-unter-diesem-aufschrei

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