Das Watergate Oberursels – ein Umweltskandal mit Todesfolgen

Wir sind alle betroffen!
Nachtrag 3: Öffentliche Ausschusssitzung des BUND zur Altlastensanierung am kommenden Dienstag, den 18. Februar, Uhr 16:30, im großen Sitzungsaal des Rathaus‘ Oberursel.

In der Oberurseler Woche wird mitgeteilt, dass die „Stadtverordneten in der jüngsten Parlamentssitzung einstimmig beschlossen, die Vorwürfe des BUND-Kreisverbands gegen die Art der Altlastensanierung in der Eppsteiner Straße zu überprüfen. („Ausschuss geht Vorwürfen des BUND auf den Grund„, Oberurseler Woche, 13.2.2014, S. 4)
Ich finde, es sollten so viel wie möglich Oberurseler hinkommen.

Denn durch das durch den BUND kritisierte Verfahren, wird vor allem die Luft über die Stadt Oberursel, nicht nur die Altstadt, auf lange Zeit massiv kontaminiert. Mal ganz abgesehen, von dem Skandal der Verschleppung und dessen Folgen für unmittelbar Betroffene und die Bürger Oberursels. Nach wie vor steht auch die Frage im Raum, inwieweit die Vergiftung des Grundwassers zur Vergiftung des Trinkwassers geführt haben könnte. Und wie bekannt, verkauft Oberursel sein Wasser sehr teuer – dafür wurde sogar das Wasser wieder an die Stadtwerke „zurückgeführt“ -, vorgeblich weil es so hervorragend ist, was bislang gestimmt haben mag, aber natürlich hauptsächlich um zum Beispiel das Schwimmbad zu subventionieren, wie der Bürgermeister Brum schon öffentlich bekannt hat.
Auf die eine oder andere Weise sind wir alle betroffen!

Nachtrag 2: Erneut bekommen die Grünen in der Taunuszeitung Gelegenheit sich rein zu waschen. Doch was nützt das? Die Fakten sind nicht zu widerlegen. Hier mein Kommentar:

Der politische Flurschaden wird von Tag zu Tag größer
Beschämend, wie sich hier versucht wird, aus der Affäre zu ziehen, sowohl seitens des Herrn Fink, als auch von der Partei der Grünen. Eigentlich gibt‘s da nichts zu beschönigen; die Fakten, incl. der Zeugen, sind nicht widerlegbar. Viele Bürger Oberursels haben diesen Vorfall über Jahre hinweg mitbekommen. Wir haben uns immer gefragt: nach was genau suchen die da eigentlich, als sie zum Beispiel in der Strackgasse nach Gift im Grundwasser gruben? Lange vor dem Hessentag. Dann langes Schweigen; und plötzlich – nach dem Hessentag – , die offenen Grabungen vor der Hausnummer 13, in der Eppsteinerstraße. Doch warten wir jetzt endlich auch auf ein öffentliches Statement des Bürgermeisters. Oder sind die Grünen als Bauernopfer ausgeguckt? Es werden hier Köpfe rollen, davon bin nicht nur ich überzeugt, doch der politische Flurschaden – über die finanziellen Konsequenzen wollen wir vorerst gar nicht spekulieren; die billigen Kredite für den Hessentag sind vom Bürger eh schon teuer erkauft – wird von Tag zu Tag größer.

taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/Fink-ueber-Fotos-Wir-waren-sehr-beruehrt

Nachtrag: Stadtrat Fink hat mittlerweile reagiert – in der Taunuszeitung – auf die Veröffentlichung des BUND. Auf unglaubliche Weise. Doch sehen Sie selber und meinen Kommentar dazu. Mein Kommentar, der in der Online-Ausgabe der Taunuszeitung zu finden ist, wird übrigens noch als Leserbrief der Printausgabe erscheinen. Dieser Tage:

Mehr Transparenz! Ist das eine Drohung?
„Erschüttert“ zeigt sich Stadtrat Fink und Grüner Umweltdezernent über die „monströsen“ Vorwürfe, die da vom BUND erhoben werden. Entsetzt sei er darüber, dass die Bürger „einer Person“ mehr Glauben schenkten als der Verwaltung und deren Entscheidungsträgern. Das sind starke Worte. Doch was sagt Fink darüber hinaus? Seine Ankündigung einer „neuen Gangart“ bzgl. der „Transparenz“ jedenfalls, kommt nur wie eine Drohung daher. Warum wohl glauben die Bürger dieser „einen Person“ mehr als ihm zum Beispiel? Entsetzt war ich, als ich zu lesen bekam, in diesem Dossier (kann beim BUND HTK als PDF-Dat. herunter geladen werden), wie Stadtrat Fink auf den Anblick der erkrankten Kinder reagiert haben soll – durch Abwenden! Das nenne i c h monströs. Und ist nicht diese geradezu als kunstvoll zu bezeichnende Beherrschung des Hohlsprechs durch einen Grünen der eigentliche Skandal? Grund genug für den Bürger dieser Verwaltung, diesem Magistrat, diesem Regierungspräsidium kein Vertrauen zu schenken.

Das Watergate Oberursels – ein Umweltskandal mit Todesfolgen
Das liebliche Taunusstädtchen Oberursel hat einen Umweltskandal, der sich gewaschen hat. Mir liegt ein Dokument des BUND-Hochtaunus vor, das sich liest wie ein Krimi. Wir hören darin zum ersten Mal von 8 Tonnen hochgiftigen Materials, das seit Jahren Luft und Grundwasser mitten in der Altstadt Oberursels verseucht. Einer Verseuchung, der eigentlich ein ganzer Straßenzug zum Opfer fallen müsste. Was aber verhindert wird, wegen der Kosten. Es wird berichtet, wie der Ingenieur, der das ganze Ausmaß der Umweltverseuchung als erster entdeckte, abgelöst wird, von einer Person, die das dann alles wieder unter den Tisch kehrt. Und wir hören von einem merkwürdigen Selbstmord. Es sterben Bewohner, und es gibt unheilbar kranke Kinder. Versagt haben nahezu alle beteiligten Behörden, vom Regierungspräsidenten abwärts bis hin zum Umweltdezernenten – einem Grünen – der Stadt Oberursel. Mitten im Geschehen der Hessentag 2011, dessen zuliebe der Skandal noch einmal verschleppt wurde und damit womöglich weitere Leben gefährdet, wenn nicht gar zerstört. Wir lesen, wie die Leute eingeschüchtert werden, die diese Verschleppung nicht mittragen wollen. Aber lest selber: es ist das Watergate Oberursels.

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2 Kommentare

  1. tricky1
    Am 1. Februar 2014 um 20:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Unglaublich. Bundesrepublik 2014 oder Bananenrepublik?

  2. Am 1. Februar 2014 um 23:01 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Bananenrepublik und der Opportunismus der Sozialdemokratie

    Das ist ebenso eine Aporie. Selbst formal unabhängige Nationen sind in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution unterjocht. Es beherrscht zunehmend eine kleine Oligarchie das gesamte System. Daher sind wir alle Bananenrepubliken. Selbst die USA, also die letzte verbliebene Supermacht, ist unterjocht. Die Aktivitäten einer NSA machen das deutlich. Auch hier gibt es innerhalb des Kapitalismus keinen Ausweg. Die Alternative lautet imperialistischer Krieg oder Revolution.

    Und was diesen Fall anbelangt, bestätigt sich, dass die Kritik am sozialdemokratischen Opportunismus alternativlos ist.
    Die Anekdote am Rande: der hier stark belastete Bürgermeister hat mit mir zusammen das Wirtschaftsgymnasium besucht. Aus dem Ex-Juso ward zunächst ein Banker im mittleren Management und nun wird uns ein bürgerlicher Politiker vorgeführt, der im sprichwörtlichen Sinne bereit sein muss, über Leichen zu gehen. Täte er es nicht, verspielte er nicht nur seine Karriere, sondern auch die Existenz seiner Gemeinde. Ja, er wird Teil einer „Verschwörung“. Wirklich: in seiner Haut möchte ich jetzt nicht stecken. Potentiell gehört ein solcher Bürgermeister zu den Bauernopfern. Ich bin Marxist, Kommunist, ich war es damals schon, und obwohl die Leichen, die der bisherige Kommunismus zu verantworten hat, längst nicht mehr in irgendwelchen Kellern liegen, liegt in meinem Keller keine einzige. Bin ich jetzt als Marxist, bzw, ist der Kommunismus, für den ich stehe, im Verhältnis zu einem solchen Kapitalismus und zu einem solchen bürgerlichen Politiker erträglich oder weniger erträglich?

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