Kleinbürgerlicher Sozialismus oder Proletarischer Internationalismus

Kleinbürgerlicher Sozialismus oder Proletarischer Internationalismus
Folgenden Beitrag habe ich zunächst in meiner Facebookseite gepostet (alle meine Facebookeinträge sind übrigens mit Twitter verlinkt). Doch ob der grundsätzlichen Bedeutung der darin angeschnittenen Thematik, blogge ich ihn auch (siehe auch: .
Auch und gerade in der Juden-, resp. Antisemitismusfrage ist die Linke global wie auch in Deutschland gespaltener denn je. Auch diese Spaltung spielt die bisher noch viel zu schwach geführte Auseinandersetzung zwischen dem proletarischen Sozialismus und den diversen Spielarten des kleinbürgerlichen Sozialismus wider. Mit dem linken Antisemitismus aber auch dem plakativen Anti-Antisemitismus habe ich mich schon verschiedentlich auseinandergesetzt; und verschiedentlich habe ich auch schon darauf hingewiesen, dass all diese kleinbürgerlichen Strömungen eng verwachsen sind mit dem modernen Nihilismus (siehe auch: Pfahl im Fleische der sozialistischen Bewegung und Theorie – der Antisemitismus). Einer Strömung, die nicht von ungefähr statt Klassenkampf Unterordnung fordert. Eine besondere Spielart dieses kleinbürgerlichen Sozialismus vertritt Jutta Ditfurth. Hochgebildet, wie marxistisch geschult, vertritt sie eine durchaus anschlussfähige Linie in der Ökologiefrage, der Frauenfrage, der Migrantenfrage und auch des Antisemitismus. Doch speziell in der Antisemtismusfrage offenbart sich ihre kleinbürgerliche und somit extrem spalterische Linie. Abgesehen davon, dass ich ihr keine Heuchelei unterstelle, unterscheidet sie sich darin nur unwesentlich von der herrschenden großbürgerlichen Diplomatie. Und wie ich in dem Facebookeintrag ausführe, ist das ein wesentlicher Grund, warum die revolutionäre Linke in Theorie und Praxis nicht von der Stelle kommt, ja, letztlich die Strömungen der liberalen Bourgeoisie repräsentiert. Das ganze Spektrum vom Antiimperialismus bis hin zum Anti-Antisemitismus werden von den Diskursen dieser Bourgeoisie beherrscht. Und Jutta Ditfurth ist, ob sie will oder nicht, ein wichtiges Bindeglied hierzu. Gelegen kommen ihr dabei ihre aufklärerisch konnotierten Attacken gegen das deutsch-preußische Establishment, dem entstammt zu haben, sie immer noch mehr zu belasten scheint, als das innerhalb eines marxistischen Diskurses nötig wäre. Ihr radikales Aufbegehren gegen den Antisemitismus dieser „Elite“ ist daher sicherlich nicht gespielt, sowenig wie ihr antiautoritäres Auftreten. Doch für die marxistische Kritik und Praxis ist das erheblich zu wenig. Was auch immer die Gründe sind, warum sie es nicht geschafft hat, den Weg zum Wissenschaftlichen Sozialismus einzuschlagen, somit im kleinbürgerlichen Sozialismus verharrt zu bleiben, darüber lässt sich spekulieren, doch vermutlich wäre gerade der Konflikt in und mit ihrer Familie, resp. dem wissenschaftlichen Zweig, repräsentiert zuletzt durch ihren Vater, der noch ein „von Ditfurth“ war, und den sie offenbar noch nicht ausgestanden hat, eine nachvollziehbare Erklärung für ihren plakativen Antiautoritarismus wie notorischen Spontaneismus. (Welche Rolle ihre Klassenherkunft – entgegen ihrer ganzen Anstrengung – dabei doch spielt, das sollte sie sich mal selber fragen. Vielleicht gelingt es ihr ja noch den proletarischen Standpunkt zu verstehen und einzunehmen.) Tragischerweise, kann man nur konstatieren, denn den Adelstitel abzulegen, war kein Fehler, doch die Wissenschaft gleich mit, das wurde zum dicken Balken vor ihrem Kopf. Ihr Vater Hoimar von Ditfurth hat zum Beispiel mit seinem Werk „Der Geist fiel nicht vom Himmel“ dem Materialismus ein größeres Denkmal gesetzt, und letztlich damit auch dem Marximus mehr genutzt – ohne das vermutlich je bemerkt oder gewollt zu haben -, als Jutta Ditfurth mit all ihren Aktivitäten und Veröffentlichungen es bis dato geschafft hätte. Dieses Buch könnte von Friedrich Engels‘ „Dialektik der Natur“ inspiriert sein, und steht als Grundlagenwerk eines Darwins „Entwicklung der Arten“ in nichts nach.

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