Alles andere als Kadavergehorsam

Alles andere als Kadavergehorsam
Dass ausgerechnet Anarchisten den Sozialismus am Leben zu halten suchen, wird den einen als Treppenwitz erscheinen, den anderen als Verhöhnung des Sozialismus. Ja, und in Wirklichkeit ist und bleibt es vermutlich beides. Kommunisten, in denen nicht wenigstens ein Funken Anarchismus glüht, verkommen zu eiskalten Bürokraten, zu dem was den sog. realen Sozialismus beherrscht hat. Und nicht wenige Kommunisten dürften zumindest in ihrem Gefühlsleben, in ihrem „gefühlten Marxismus“, Anarchisten sein. Ich zähle mich dazu (siehe auch: Ziemlich nah am Vorläuferuniversum). Nichtsdestotrotz, und das ist die Tragik des Anarchismus, verharrt die Theorie des Anarchismus auf der Ebene der Anekdote. So wie Proudhons „Eigentum ist Diebstahl“ (siehe auch: Anarchistische Diadochenkämpfe). Wie auch hier: „Mut ist Mangel an Phantasie“. Mag sein, dass das in vielen Fällen der Fall ist, doch wäre das blinder Mut – ohne Phantasie. Und damit verhöhnt der Anarchismus die Menschen, die eben unter den extremsten Bedingungen sowohl Mut als auch Phantasie beweisen. Also alles andere als „Kadavergehorsam“.

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