Zizek vs. Laclau – ein Mangel an Diskurs

Zizek vs. Laclau – ein Mangel an Diskurs
Lenins Aprilthesen als Populismus hinzustellen, ist natürlich „Bullshit“. Lenin verstand es, wie kaum ein anderer, komplexe Zusammenhänge ihrer theoretischen Form und historischen Bedingtheit ob des taktischen Moments zu entkleiden und in ein Fluidum zu verwandeln, welches zugleich die ganze (mögliche) Zukunft für diesen Moment einzufrieren scheint. Populismus hingegen ist reine Wirkung, Strohfeuer – „leerer Signifikant“. Der Streit zwischen Laclau und Zizek steht allerdings auch für einen leeren Signifikanten – auf beiden Seiten. Für einen Mangel an Diskurs. Zizek meistert nicht die strukturelle „Lücke“, widersetzt sich nicht ihrer Anziehung (Die Parallaxe, vgl. mein: Das hysterische Subjekt), sondern verfällt ihrem nihilistischen Charme. „Ich möchte lieber nicht“ ist Zizeks signifikanteste Kapitulationsgeste, im Angesicht einer ihn überfordernden revolutionären Praxis. Diese steht aber nur scheinbar gegen Laclaus intellektuelle Kapitulation schlechthin.

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