Das falsche Bewusstsein des Herrn Žižek

Das falsche Bewusstsein des Herrn Žižek
So wie Žižek hier das Problem „falsche Ideologie“ behandelt, kommt selbstredend wiederum nur falsche Ideologie heraus – Esoterik, quasi. Als Dialektiker, als materialistischer Dialektiker (diese zu verteidigen, schickt er sich nun mal an, nach eigenem Bekunden), sollte er wissen, dass eine falsche Bewegung kein richtiges Bewusstsein hervor bringt. Und schon gar nicht kann außerhalb einer solchen Bewegung – quasi freischwebend – richtiges Bewusstsein, revolutionäres gar, „entstehen“. „Entstehen“ tut es übrigens auch nicht. Es muss und kann geschaffen werden, im Kontext einer revolutionären Bewegung, gestützt auf eine revolutionäre Theorie, die, wie jede Wissenschaft, in die Bewegung hinein getragen werden muss, von „von außen“, wie es Lenin in „Was Tun?“ forderte. Und die erste Bedingung dafür ist die ordentliche Kritik einer solchen Bewegung. Und das „zu tun“, das eben wäre u.a. die Aufgabe eines revolutionären „Philosophen“. Dieses Gequatsche allerdings, von den Leuten, die er „nicht mag“, das könnte genauso gut von einem Aristokraten stammen. Ich bin entsetzt! Nach der (bisher optimistischen und von mir mehrfach kommentierten) Lektüre von „Die Parallaxe“ hätte ich solches nicht erwartet. Ganz offensichtlich produziert auch ein Herr Žižek „falsches Bewusstsein“, verhält sich als „automatisches Subjekt“ – des Kapitals -, dort wo er spontan ins Leere quasselt.

zeit.de/2011/49/Kapitalismuskritik-Zizek

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5 Trackbacks

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    […] Sie gern in einer Welt leben, in der das die einzige Wahl ist?“ Hier argumentiert sich der Gute selbst an die Wand. Die Frage ist doch nicht, ob wir das gerne hätten, sondern, inwieweit das […]

  • Von Was uns Ocupy nicht lehrt am 10. Januar 2012 um 18:09 Uhr veröffentlicht

    […] „falsches Bewusstsein“ zeigt sich wiederum an seinen wohl nicht reflektierten Affekten – „Das falsche Bewusstsein des Herrn Žižek”, enthält diese Bewegung nicht jenen „Überschuss“, welcher nicht nur den von Žižek beklagten […]

  • Von Die Vollautomatisierung des „Automatischen Subjekts“ am 18. Januar 2013 um 16:03 Uhr veröffentlicht

    […] Spiegelbild jener „neoliberalen Revolution“, welche wohl die Vollautomatisierung des ehe schon „automatischen Subjekts“ zum Programm hat – im Namen der Globalisierung. Den Umgangsformen entnimmt man die repressive […]

  • Von Sehr kryptisch am 12. Februar 2013 um 18:17 Uhr veröffentlicht

    […] Neues im Westen Der psychologisierende Begriff „Verlangen“ soll das marxsche „automatische Subjekt“, welches als solches mehr Objekt denn Subjekt ist, und was im Übrigen den bürgerlichen […]

  • Von Es schützt sie unsere falsche Ideologie am 25. Januar 2014 um 15:17 Uhr veröffentlicht

    […] Es schützt sie unsere falsche Ideologie Es ist vielleicht amüsant zu erfahren, dass diese Leute nichts anderes sind – persönlich betrachtet –, als kleine W……r, um mal in deren Sprache zu bleiben. Wir wissen das ja schon länger. Nichtsdestotrotz sollte uns das nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Gestalten, dank des Kapitals, über das sie verfügen, die Macht haben, die Welt zu vernichten. Und ob ihres Charakters, in den wir nun einen ganz speziellen Einblick bekommen, werden sie auch nicht zögern, das zu tun, wenn sie sich bedroht fühlen. Und dass sie sich bedroht fühlen, können wir ermessen an dem Aufwand den sie betreiben, um sich zu schützen. Zwischen uns steht da nicht nur eine Regierung, die sie schützt, sondern deren ganzer Machtapparat, bestehend aus Geheimdienst, Polizei, Militär, Schule, Presse, usw. usf. Doch ganz besonders steht dazwischen das, was uns mit ihnen verbindet: die Illusion nämlich, dass wir alle gleichermaßen vom Kapitalismus profitieren. Es schützt sie unsere falsche Ideologie. […]

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