Wie soll das armenische Volk dieses Trauma überwinden?

Nachtrag und Korrektur:
Erstaunlich, so als wollte der Leser meine Kritik an der „gleichgültigen Weltöffentlichkeit“ im Nachhinein nochmal bestätigen. Ganze 3 Leser haben diesen Beitrag von mir für gut befunden. Nicht, dass ich mich jetzt in Bezug auf mich und der Wertung meiner Kommentare beschweren möchte; die werden erstaunlich oft über alle Maßen für gut befunden, wofür ich mich an dieser Stelle gerne auch mal bedanke, lasse ich doch bzgl. meiner marxistischen Weltanschauung keinen Zweifel offen.
Aber 3 Leute zu diesem Thema? – Das ist bitter.
Bei dieser Gelegenheit, eine kleine Korrektur. In der FAZ.net habe ich mich 10 Jahre älter gemacht. 30 Jahre ist es her, nicht 40, mit meiner Diplomarbeit. Sorry.

Wie soll das armenische Volk dieses Trauma überwinden?
Als ich vor fast 30 Jahren meine Diplomarbeit zu diesem Thema schrieb, war ich danach traumatisiert. Noch heute kommen mir die Tränen, wenn diese damals mir erstmals bekannt gewordenen Szenen in meine Erinnerungen zurückkehren. Und es ist doch völlig klar, dass das davon betroffene Volk dieses Trauma nicht überwinden kann, solange dieser Genozid geleugnet wird. Geleugnet nicht nur von den Nachkommen der Täter, sondern von einer immer noch ziemlich gleichgültigen Weltöffentlichkeit. Einer Öffentlichkeit, der die diplomatischen, politischen, militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen zur Türkei wichtiger sind als die Wahrheit. Noch bis „gestern“ war auch in nicht wenigen deutschen Medien der Begriff Völkermord ein Tabu. Von dem Schweigen der Offiziellen ganz zu schweigen. Eine Genugtuung diesen so schrecklichen wie befreienden Begriff endlich auch in der FAZ zu lesen.

faz.net/aktuell/rhein-main/armenier-gedenken-in-frankfurt-erster-voelkermord-des-20-jahrhunderts

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