Eines Jains Geschäftsgeheimnis

Eines Jains Geschäftsgeheimnis
Als die Banken sich von ihren Unternehmensbeteiligungen trennten, erhöhte sich das Kreditrisiko für eben diese Unternehmen. Wo Bilanzsummen größer ausfallen als das Bruttoinlandsprodukt nicht weniger Staaten, da muss man sich schon fragen: Wer kommt da für den Schaden auf? Mit ihren Kreditausfalls-Swaps z.B. sozialisierten die Banken klammheimlich das Kreditrisiko. Doch trotz der Steuermilliarden infolge der Finanzkrise fließen die Gewinne weiterhin an die Banken. Nicht nur die Banken gehören längst der Gesellschaft übereignet, wie in der Finanzkrise beinahe passiert, sondern selbstredend ein transnationales Kapital, das durch solche Geschäfte – auf Kosten der Gesellschaft – sich refinanziert. Und dadurch, dass die Zentralbanken nun unendliche Summen in genau diesen Kreditmarkt hineinpumpen, wird das Großkapital nicht in die Pflicht genommen, oder gar „enteignet“, sondern neben dem Steuerzahler der bürgerliche Mittelstand geschröpft. Und genau d a s ist eines Jains Geschäftsgeheimnis.

Der Steuerzahler, der missbrauchte Bürge
@Rauschenbach: Sie scheinen nicht nur mich nicht zu verstehen, sondern selbst die jüngste reale Geschichte zu ignorieren. Ein solches Kreditgeschäft funktioniert nur dann und nur solange, wie niemand in die Kasse sehen will. Wie es also ein raffiniertes Spiel zu sein scheint – eine grandiose Geschäftsidee. Und so ganz nebenbei ließ es eine Spekulationsblase nie gesehenen Ausmaßes entstehen. Rund um den Erdball. Diese Blase musste platzen, die Banken „mussten“ dann gerettet werden und der Steuerzahler „musste“ zur Kasse gebeten werden. Ein unvermeidbares Szenarium. Und so offenkundig, dass Alan Greenspan wiederholt vor dem Platzen der Blase warnte. Doch selbst ein Kreditausfallgeschäft dieses Ausmaßes ist in sich und an sich schon eine Art „Sozialisierung“, zunächst noch von Risiken. Wobei von Beginn an der Steuerzahler als „Bürge“ missbraucht wurde. Ohne, dass dieser davon eine Ahnung hatte. Dieses so raffiniert nämlich verschleiert, dass manchem selbst im Nachhinein kein Licht aufgeht.

Als wären die bürgerlichen Regimes keine „Bürokratenregimes“
Die Landesbanken sind natürlich alles andere als „Banken des Volkes“. Sie sind wohl eher die Hausbanken der „Landesfürsten“ (hier stimmt wohl die Feudalismusbehauptung: WestLB, BayernLB, Rau, Strauß…). Es gibt keine „Banken des Volkes“, solange das Kapital regiert, also über diesen Staat seine Interessen durchsetzt. Nicht wenige Banken waren nach der letzten Krise faktisch „enteignet“ (natürlich nicht Volkseigentum geworden). So macht diese Krise dennoch deutlich, wie überfällig die Eigentumsfrage wäre, wie obsolet das Privateigentum an Produktionsmitteln längst ist. Der auch durch diese Krise wieder angeheizte Klassenkampf wird wohl entscheiden, ob die Völker weiterhin „Bürokratenregimes“ benötigen (als wären die bürgerlichen Regierungen keine Bürokratenregimes?!), oder ob sie inzwischen nicht die Reife besitzen, Klassen wie Bürokraten abzuschaffen. Es gilt aus der Geschichte endlich zu lernen, nicht diese zum Fetisch zu erheben. Auch die Geschichte des Marxismus sollte kein Fetisch sein.

Wo Adam Smith wie Karl Marx tote Hunde sind
Wie Sie selber schon sagen, werte Frau Rauschenbach: Es ist „komplizierter“. Doch da passen Sie. Denn auch wenn es so aussieht, als gäbe es einen von der Spekulation unabhängigen Wert nicht, ist es dennoch so, dass die Verzinsung des Kapitals nicht auf den Märkten bestimmt wird, sondern im Produktionsprozess. Die mit der CDS einhergehende Spekulationsoption begrub in dem Moment die Geschäftsidee, wo sie zur Spekulationswelle mutierte. Die Hypothekenzinsen mussten der Verzinsung am Kapitalmarkt folgen. Doch der bereits ausgelöste Schaden war irreversibel geworden. Noch größer allerdings war der ideologische Schaden, der in den Köpfen. Der Trauergemeinde um das „perpetuum mobile“ kommen da schon wahnhafte Stereotypen in den Sinn. Doch wo man in der „kriminellen Energie eines Bankkapitals“ die Schuld vermutet, da darf man ruhig annehmen, dass nicht nur dem Bankkapital die eigenen ökonomischen Gesetze ein ewiges Rätsel bleiben. So wie Adam Smith und Karl Marx für die meisten – „tote Hunde“.

faz.net/aktuell/wirtschaft/vorschlaege-der-liikanen-kommission-deutschland-und-frankreich-wollen-banken-aufspalten

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