Wir drucken einfach ein paar Euros mehr

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@Grand Guignol: Zum Thema Schirrmacher und die Sozdemokratos (lustige Wortschöpfung) hier mein Beitrag (ist als Leserkommentar noch nicht gesendet, muss wohl warten bis der Zensor wieder gegangen ist):

Der feine Unterschied zwischen Phantasma und Demagogie

Und jetzt noch kurz was zum Thema:

@Don Alphonso: Wobei Italien zu seiner Schuldenbegleichung schon aufgefordert wurde, doch bitteschön sein Gold zu verkaufen. Die Illusion, dass das zur Schuldenbegleichung reiche, ist schnell aufgedeckt, ganz im Gegensatz wohl zu Ihrer Vorstellung, dass man nur teure Visitenkarten in den Umlauf bringen müsste, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln (denn die Produktion noch so edler Visitenkarten ist letztlich Konsum nicht Produktion). Denn ist das nicht genau die Illusion, die Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien, Ungarn…ja Italien, der EG erst zugeführt hat? Wir drucken einfach ein paar Euros mehr und weg ist der Alpdruck.

Genau genommen wurde die Kriegswirtschaft nie abgelöst
@Grand Guignol: Möglicherweise ist Ihnen in der Hitze des Gefechts entgangen, wovon ich eigentlich geredet habe. Es geht um den Unterschied zwischen dem konsumptiven und dem produktiven Sektor in einer Produktion. Der bekannteste unter den konsumptiven Sektoren ist die Rüstungsproduktion. Rüstungsgüter sind per se konsumptiv. Konsumieren also Wirtschaftskraft – auch im ökonomischen Sinne. Oder in der Sprache des Kaufmanns ausgedrückt: Rüstungsgüter erwirtschaften nichts als Kosten.

Allerdings gibt es in der kapitalistischen Marktwirtschaft eine perverse Umkehrung der Logik. Indem man mit Rüstungsgütern zum Beispiel im Kriegsfalle die Produkte vernichtet, zwingt man der am Boden liegenden Wirtschaft einen Neuanfang auf.

So geht ja auch das Märchen um, dass die USA ihre Wirtschaftskrise von 1929 an erst durch den Kriegseintritt beendet hätten. Das Märchen daran ist, dass die Kriegsproduktion hier direkt als produktiv unterstellt wird. Wahr daran ist vermutlich, dass die damit einhergegangene definitive Vernichtungsmaschinerie der Wirtschaft nach dem Krieg einen Neuanfang aufzwang. Und die Wirtschaft musste von der Kriegsproduktion auf die Friedensproduktion umgestellt werden. Was allerdings nicht so richtig klappen wollte, ob des Ausbruchs des sog. Kalten Krieges, des dann folgenden Koreakrieges, Vietnamkrieges (die kalten wie heißen Kriegsversuche gegen Kuba mit einbezogen, resp. der Unterstützung der Faschisten gegen das revolutionäre China, bzw. auf allen Teilen des Planeten…) Und womit wurde das alles finanziert? Mit Krediten (auf der Grundlage der Überausbeutung billiger Arbeitskräfte auf der ganzen Welt), resp. mit neu gedrucktem (bzw. durch Geldwäsche erworbenes Blut-) Geld.

Und genau mit Letzterem nahm das was wir heute als Folge der Krise von 2007/2008 glauben zu erleben schon seinen Anfang. Genau genommen wurde die Kriegswirtschaft nie abgelöst!

Und das was ich hier dazu zu sagen habe, mögen Sie kommentieren wie Sie wollen („welterlösenden Endzeitsozis“), doch an diesen Tatsachen kommen Sie nicht vorbei.

Wenn Rüstung nicht mehr zu bezahlen geht
„Wie man sehen kann ist die schimmernde Wehr gegenwärtig nicht mehr bezahlbar.“ Theoretisch vielleicht, aber in der Praxis werden die Kosten über den Waffenexport wieder eingefahren. So ist Deutschland nach der Wende zum drittstärksten Waffenexporteur aufgestiegen und ganz konkret hat Deutschland seinen Export seit 2005 verdoppelt) – und Griechenland war und ist der bedeutendste Abnehmer u.a. deutscher Rüstungsgüter (ist übrigens schon bekannt, dass Griechenlands Inseln auf Öl schwimmen?).

Mal ganz abgesehen von der Rückwirkung auf die sog. Friedenspolitik – diese wird insbesondere auch in Deutschland immer aggressiver (und man sollte sich im Klaren darüber sein, dass das – 60 Jahre nach der Niederlage von Nazideutschland – eben keine Kleinigkeit ist) -, zeigt sich darin eben die „Verschränkung“ (den Begriff meine ich durchaus in seinem quantenmechanischen Ursinne: man kann sich das Eine ohne das Andere eben nicht mehr vorstellen) des Finanzkapitals (jenem „Systemischen“) mit dem Militärischen, was die Virtualisierung des Kapitals auf immer wieder neue Höhen schraubt. Diese Beziehung ist es auch, die das Finanzkapital als imperialistisches Kapital (im Sinne der Beschreibung Lenins) ausweist. Als per se kriegslüstern. Deutlich erkennbar an Politik (wie Wirtschaft) der USA (nach dem 2. Weltkrieg), die sich gar nicht mehr anders definieren lässt als rein „militärisch“ (vgl. Eisenhowers Kritik am „militärisch-industriellen Komplex).

Für mich ist der „ Staatsstreich“, wie er von „Verschwörungstheoretikern“ mit der Ära Bush/Cheney (und hierbei anhand 9/11) identifiziert wird, schon am 22. November 1963 passiert. Mit dem Mord an Kennedy putschte der militärisch-industrielle Komplex seine „Brutusbande“ an die Macht (vgl. auch „JFK“ von Oliver Stone und Kevin Kostners diesbezügliche Bemerkung). Um die USA kommen seit dem nicht mehr aus dem Krieg. Und auch Deutschland geht diesen Weg, der ab einem bestimmten Punkt nicht mehr umkehrbar sein wird. Kriege wie in Afghanistan werden unser Land wohl bis an sein Ende begleiten. Und möglicherweise wird sich der Prolog zu einer künftigen deutschen Geschichtsschreibung vielleicht einmal wie folgt anhören:

„Am 30. November 1989 explodierte nicht nur eine Bombe am Seedammweg in Bad Homburg, und es starb an dieser Stelle nicht nur ein gewisser Banker, namens Herrhausen (vgl. „Das RAF-Phantom“, bzw. Ackermanns Geständnis), es implodierte auch die alte Bundesrepublik und mit dieser die erste deutsche Demokratie (die Weimarer war ja nicht wirklich eine). Es folgten noch weitere Morde. Wie der des 1. Chefs der Treuhand Detlev Karsten Rohwedder. Unter Birgit Breuel dann, die ihn ablöste, erleben wir schließlich eine Skandalära ohne gleichen und ohne Ende – gewissermaßen. Eine Ära, die gemäß eines Zeitungsartikels aus dieser Zeit, von „Fusionäre(n) und Abzocker(n)“ beherrscht war…Ein wenig Licht um all die Skandale und Verbrechen brachte dann das Dunkel der sog. Leuna-, resp. CDU-Parteispendenaffäre von 1999). Die Spuren diese Affäre gehen zurück bis in die ersten Jahre der sog. Wende – nach 1989. Diese Spuren zeigten sich weitestgehend deckungsgleich, bzw. in den Spuren eben jener Treuhandaffären.

Eine spätere Aufarbeitung wird dann schließlich den Zusammenhang zwischen all diesen Morden und Affären auf den Punkt bringen. Und damit zugleich auch einen schon recht frühen Mord, nämlich den um einen Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins, Uwe Barschel, welcher 1987 in einem Luxushotel tot in der Badewanne aufgefunden wurde (vgl. auch: Herold Binsack – ein Portrait), endlich aufdecken. Der „Selbstgemordete“ wird als Opfer einer „völlig verrückt“ gewordenen deutsch-französischen Rüstungsmafia erkannt, der es schließlich gelang nahezu alle Parteien des deutschen wie französischen Kapitals „einzukaufen“. Einer Mafia, die so nicht nur die deutsche Einheit für sich wirtschaftlich zu nutzen verstand, sondern deren Interessen ab dato zusammenfallen mit der Politik einer gewissen Europäischen Union, will heißen mit den Führungsnationen Deutschland und Frankreich…2007 folgte dann eine Finanzkrise aus der das Kapital sich nicht mehr erholte. Mit dem schließlich uns dann bekannten Ende. Zusammenfassend kann man auch sagen: So geht die Geschichte aus, wenn „Rüstung nicht mehr zu bezahlen geht“.“

Eben weil diese Aufrüstung nicht mehr zu bezahlen ist, also zu Verarmung des Kapitals selber führen würde, wird sie zum Hauptgrund für das steigende Massenelend in der Welt. Zum Hauptgrund für die Vertiefung der Grenze zwischen arm und reich. Und damit auch zum Hauptgrund für ein elendes Kapital, das, wenn es seinem Ende entgegen geht, die Welt mit in den Abgrund reißt. Und ganz entgegen der üblichen kapitalistischen Propaganda war die Welt noch nie so arm wie heute, obwohl dieser Beitrag nicht von marxistischen Grundsätzen ausgeht, denn definitiv von bürgerlich-ethischen, empfehle ich die Lektüre wegen der genannten Daten, die eben nicht nur den direkten Zusammenhang zwischen Rüstung und Armut belegen, sondern auch die Absurdität der bürgerlichen Ethik, die demgegenüber machtlos ist).

faz.net/blogs/stuetzen/archive/2011/09/22/die-rettung-italiens-mit-visitenkarten

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  • Von Selbstmord auf Raten am 19. Januar 2012 um 19:48 Uhr veröffentlicht

    […] sich das auch dem Gutwilligsten dar. Mit dem Fall Wulff erhält der „Selbstmord“ (nach Barschel http://blog.herold-binsack.eu/?p=1833) eine weitere (und eben nicht nur begriffliche) Bereicherung. Denn Wulff mordet sich hier […]

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