Lolita wie auch M. Butterfly lassen grüßen

Lolita wie auch M. Butterfly lassen grüßen
So schön wie verstörend die Nabokov-Adaption. Immer wieder dachte ich: der wird doch irgendwann begreifen? Doch diese Blindheit war keine verstandesmäßige, sondern eine emotional bedingte. Ein Mensch, der eigentlich intelligent ist, als Schriftsteller nicht verwirrt erscheint, doch der so mäßig intelligent wie wenig selbstreflexiv handelt, wenn es um „Liebe“ geht. Der kann nur „gestört“ sein. Blind ob einer Leidenschaft, die all seinen Verstand raubt. Seinem erotischen Thema mit allen Instinkten so folgend wie ein hungriges Raubtier seiner Beute. Ja, und so spielt er seine Rollen, nicht nur die großen, die historischen, sondern auch die kleinen, wie ein Ereignis in der Natur, der Jeremy Irons. Unsentimental. Nicht wertend. In allem nur das Ereignis. Das macht ihn zum Schauspieler der Klassiker, zum Klassiker als Schauspieler. Zum Liebling des Publikums. Des „großen“ wie „kleinen“. Zum Verführten Verführer. Zum Objekt wie Subjekt der Begierde. Lolita und M. Butterfly lassen grüßen.

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