Der Wert des Egoismus

Der Wert des Egoismus
Der Egoismusbegriff der Utopischen Sozialisten (Saint Simon, Fourier u.a.) scheint schick zu sein. In dessen Duktus der Russe Tschernyschewskij sein „Was Tun?“ verfasst hat (Lenins Parteiaufbauwerk „Was Tun?“ damit inspiriert habend). Bei Tschernyschewskij geht es um die Darstellung des idealtypischen Liebhabers als den Prototypen des selbstbewussten und solchermaßen eben wahrhaft „egoistischen“ Citoyens. Dass die Geliebte dieses „Egoisten“ in dieser wirklich anmutenden Prosa nur eine passive Rolle spielt, nämlich als Objekt der Selbstliebe desselbigen, schien der damaligen Zeit noch nicht aufgefallen. Objekt des Verzichts, wo die Begierde dem „Egoisten“ nicht angemessen. Bis zu jenen verführerisch-befreiend wirkenden Einflüsterungen der Kosmetikindustrie: „Sie sind es sich wert!“ Das Subjekt des Begehrens scheint endlich entdeckt. Und nun vernehmen wir diese emphatische „Poesie“ zugunsten des Egoismus des Kindes? Auch dieser hat sicherlich seinen „Wert“!

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