Die Subjekt-Objektdichotomie, oder auch: auch Bitcoins sind kein Gold

Die Subjekt-Objektdichotomie, oder auch: auch Bitcoins sind kein Gold
Die Subjekt-Objektdichotomie bedeutet nichts anderes als dass Geld (in seiner Funktion als allgemeines Äquivalent für alle Waren) im Verhältnis zur Ware das Subjekt ist (nur im „Wert“ scheinen Subjekt wie Objekt vereint, nämlich ob der zugrundeliegenden gesellschaftlichen Übereinkunft, dem Glauben, dass beides äquivalent sind, also im Moment der Ware-Geld-Ware -, resp. Geld-Ware-Geld Zirkulation). Nur wo Geld selber zur Ware wird, kann es Objekt sein, doch dann verliert es seine Funktion als allgemeines Äquivalent. Was wir am Gold zum Beispiel erkennen können. Da dieses eben auch Ware – also Objekt. Und diesem Schicksal scheint das Geld nun zu folgen, denn es sucht sich neue, reinere (glaubhaftere) Formen. In dem Maße wie das Geld selber zur wichtigsten Ware geworden zu sein scheint (also man dem Phantasma, dass Geld Geld vermehrt, blind folgt), und damit auch die Zwitterfunktion des Goldes grob missversteht (denn auch wenn man Gold nicht essen konnte, es verhalf einem doch in schlimmen Zeiten zu einem Stück Brot, denn weil es eben auch Objekt war und ist, glaubt man mittlerweile offenbar doch, dass man „Geld essen“ könne, also Geld auch Objekt sei), tun sich darin aber dem Subjekt nur weitere verzweifelte Antinomien auf, wie die Bitcointragik dieser Tage zeigt. Denn wie gesagt, die Subjekt-Objektdichotomie löst sich nur im Moment der erfolgreichen Zirkulation auf – und nur für diesen Moment. Denn wo diese nicht stattfindet, also der Glaube schwindet, schwindet der Wert, als hätte es ihn nie gegeben. Und vielleicht bleibt einem nur die wahnhafte Vorstellung, dass Bitcoins „Gold“ sind.

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