Wie halten wir es denn mit der Nicht-Religion?

Wie halten wir es denn mit der Nicht-Religion?
Es ist wie alles im Kapitalismus: Das Label zählt. Die Verpackung. Doch sind die Labels austauschbar – innerhalb eines gewissen Rahmens. Einer stillschweigenden Übereinkunft zwischen den Produzenten und Konsumenten, quasi. Und die Religion, also der Gottesglaube, stellt als solche schon eine Art Übereinkunft dar. Mit „Gott“ – höchstpersönlich. Der persische Mystiker Hafiz jedenfalls stellte das so dar (vgl. mein: „Den Vertrag mit dem Kapital kündigen“). Das Kapital musste das nur ausbeuten. Das Label „Gottesglaube“ vermarkten. Doch das Unterlabel „Christentum“ scheint in der Krise, zumindest als Synonym für den Glauben schlechthin. So kommt es dem Kapital recht, dass sich der „Muslim“ als Ersatz anbietet. Das Label „Nicht-Religion“, bzw. schlimmer noch – „Atheist-sein“ -, ließe sich wohl auch vermarkten, aber nur als Nischenprodukt. Also werden wir wohl vorerst nicht fragen: Wie halten wir es denn mit der Nicht-Religion?

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