„Ein neuer Generationenvertrag“

„Ein neuer Generationenvertrag“
Meine Mutter, 84 Jahre alt, teilte mir vor Jahren ihr Leid mit. Es ginge ihr schlecht, weil zu gut. So habe sie eine sehr gute Rente, und muss beobachten, wie in ihrer Stadt die Arbeitseinkommen wegbrechen. Sie erlebe Streiks für die Erhaltung der Arbeitsplätze, und sie fühle sich so nutzlos, ja schuldig. Es ist schwer, hier einen wirklich brauchbaren Rat zu erteilen. Ich kenne meine Mutter. Sie meinte das ernst; und sie verlangte nach einem vernünftigen Rat. So konnte ich ihr nur erst einmal empfehlen, sich solidarisch mit den Streikenden zu zeigen. Mache Tee und Kaffee und ein paar Brote, und geh hin, sagte ich ihr. Spreche mit Ihnen, teile deine Brote mit ihnen. Zeige, dass es dir nicht egal ist, was mit den Menschen von heute geschieht. Immerhin den Menschen, die seit Jahren schon dafür sorgen müssen, dass du deine Rente bekommst. Auch ich gehe bald in Rente und fühle, dass wir es uns nicht mehr lange leisten können, die Generation, die uns zu erhalten sucht, zu ignorieren.

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