Der Revolutionär und des Deutschen „Ego“

Dass dieser Beitrag in der FAZ nicht freigeschaltet wird, war zu erwarten. Frank Schirrmacher ist dort eine Ikone, an der nicht gerüttelt wird. Besser, gerade für die FAZ, wäre es aber, sich zu bemühen, sein Erbe anzutreten, will heißen: sich zu verdienen. Seit Schirrmachers Tod befindet sich die FAZ, beileibe nicht nur das Feuilleton, in einer scheinbar nicht enden wollenden Agonie. Unter anderem an der immer instinktloser erscheinenden Zensur erkennbar!

Der Revolutionär und des Deutschen „Ego“
Was verbindet sie? Vielleicht der dünne gemeinsame Faden hin zur deutschen Romantik? Jener Epoche, in der die französische Aufklärung ihre zweifelhafteste, nämlich deutsche Erfüllung fand. Enzensberger, ich erinnere mich seiner bis in meine Volksschulzeit hinein, will heißen: als Volkslyriker (der Deutschen), dem staunenden Kind als ein weit unterschätzter Intellektueller billigst offeriert, dürfte sich mit diesem Preis daher auf denkwürdige Art genau dahin zurückversetzt sehen, also geadelt, wie er es nie wollte. Und hier der Namensgeber eines Preises, der diesem recht eigentlich – und posthum somit – die Weihe ausgerechnet des Revolutionärs zu Teil werden lässt, der da desillusionierender nicht geehrt hätte werden können. Schon möglich, dass Frank Schirrmacher, hätte er noch länger leben dürfen, den Titel eines Revolutionärs – ohne jedes Attribut – selber noch verdient hätte, vorausgesetzt, es wäre ihm dann gelungen, des Deutschen „Ego“ seiner romantischen Verklärung zu entreißen.

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