Das Kapital geht mit dem Sozialismus schwanger

Das Kapital geht mit dem Sozialismus schwanger
Doch Sie sollten das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, Herr Morozov. Wie anders erklärt sich, die Unmöglichkeit des „Dritten Weges“, als durch die Technikaffinität des einzig möglichen Weges? Es sind die vom Kapital ständig revolutionierten Produktivkräfte, die dessen Produktionsverhältnisse immer wieder neu in Frage stellen. So geht das Kapital von Beginn seiner Entwicklung an mit seinem Gegenüber – dem Sozialismus – schwanger (vgl. mein: „Den Vertrag mit dem Kapital kündigen“). Doch wird das keine natürliche, quasi spontane Geburt. Wenn das neu zu Gebärende nicht rechtzeitig zur Welt gebracht wird, notfalls mit „Kaiserschnitt“, kann es zusammen mit der Gebärenden untergehen. Und des Kapitals so konservativ konnotierte wie begründete Angst vor den eigenen Produktivkräften, nämlich, dass diese seinem Klassengegner – der Lohnarbeit – in dessen Befreiungsbemühungen nützlicher sind als im selbst, bedeutet umgekehrt, dass die Lohnarbeit sich vor diesen Produktivkräften wohl fürchten muss, doch nicht zu Tode.

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