Gebt dem Wagner eins auf die Nase!

Gebt dem Wagner eins auf die Nase!
Die Verformung der marxschen Kritik in eine romantische Groteske, durch Wagner und durch nicht wenige seiner Interpreten, ist das eigentliche Problem. Und für welches Publikum wird das inszeniert? Für ein Publikum, das lediglich offen ist für diese strukturell antisemitisch konnotierte Auseinandersetzung mit der „Gier“. Marxens und Engels‘ beißende Kritik hieran finden wir im „Antidührung“, wie im „Elend der Philosophie“. Im Antidührung geht’s dem deutschen Philister an den Kragen und im „Elend“ der kleinbürgerlich-anarchistischen Version hiervon. Der Philister will den Sozialismus der Bourgeoisie anbiedern, und der Kleinbürger neidet dem Dieb das Eigentum. Der tumbe Siegfried hat mit Marx so wenig zu tun, wie der Nihilismus mit dem Sozialismus. Eine kritisch-ironische, ja eine selbstkritische, Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Rings, das wäre mal eine Aufgabe für einen Regisseur. Doch dann bekäme der Wagner eins auf die Nase – und sein selbstgerechtes Publikum.

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