Die Armut wird geschönt

Die Armut wird geschönt
Aus dem Kampf der Inder gegen das Monsantoregime Mit Gift und Genen/Marie-Monique Robin, wissen wir, dass es vor allem um die Gefahr der Reduzierung der Biodiversität geht, was die Hungerproblematik verstärken dürfte. Im Übrigen wurde das Problem mit der Mangelernährung in dem Moment akut, als die westlichen Kolonialherren den weißen Reis durchsetzten. Den polierten, den um die wichtigen Mineralien und Vitaminen beraubten. Die Armut dort ist also weder „naturbedingt“ (denn der Naturreis machte sie nicht nur satt, sondern auch gesund!), noch liegt sie ausschließlich in der Verantwortung der Völker dort.

Wir müssen uns heute fragen, warum es möglich ist, dass ausgerechnet Agrarländer außer Reis nichts auf dem Tisch haben? Gleich ob golden oder weiß glänzend. Warum gibt es keine Karotten und andere Gemüseprodukte, deren Vitamine und Spurenelemente ja die eigentliche Ernährung sein sollten? Reis ist nur Füllmasse. Er macht kurzfristig „satt“. Aber er ernährt nicht. Im Übrigen könnte ich diesen goldenen Reis vermutlich gar nicht essen, selbst wenn ich wollte, da ich auf dieses Betakarotin allergisch reagiere. Und ich denke, dass die allergischen Reaktionen durch dieses Produkt noch mal ansteigen werden.

Ja, das ist die Fortsetzung des Kolonialismus. Statt die Armut an den Wurzeln zu bekämpfen, an den politischen und vor allem ökonomischen Verhältnissen, bedingt durch die Abhängigkeit dieser Völker vom Westen, wird die Armut geschönt. Und darin liegt der eigentliche Skandal. Mal völlig unabhängig davon, ob dieser goldene Reis jetzt wirklich so golden ist, wie er glänzt.

blogs.faz.net/planckton/2013/11/19/steht-der-papst-auf-die-goldenen-gene

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