Die reine Form, statt die „reine Lust“

Die reine Form, statt die „reine Lust“
Erotik, Sex und Liebe sind nicht identisch, doch wer die Beziehung darin zu leugnen sucht, begreift auch das Phänomen des angeblich freien Spiels mit der Lust nicht. In und mit der Erotik vollzieht sich das, was wir Suche nach Identität nennen können. Mit der Hoffnung auf Liebe versuchen zwei Identitäten das Verschmelzen. Und die Sexualität verhilft uns diesen Widerspruch zwischen Identität und Aufgabe derselbigen auszuhalten. Sie lenkt ab von den Schmerzen. Dass „50 Shades of Grey“ so ein Bestseller geworden ist, lenkt allerdings von etwas anderem ab, nämlich von der heutigen Leere in unseren Spielen mit der Lust. Ästhetik statt dessen. Spiel mit den Formen, statt mit den Widersprüchen. Das Spiel mit der Lust, in der nichtmenschlichen Natur ein vermutlich rein hormonell zu verstehender Vorgang, bedeutet dem Menschen mehr: es hilft ihm seine ganz persönliche Haltung, seine erotische Intelligenz zu erfahren. Und das macht ihn fit – nicht nur für das „Geschäft“ der Liebe, sondern überhaupt fürs Leben.

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Ein Trackback

  • Von Es wird Zeit, das Thema zu entheucheln am 20. September 2013 um 18:51 Uhr veröffentlicht

    […] sind“. Bis dahin haben nicht wenige von ihnen 100 Sexualkontakte gehabt. Nun belehrt darüber, wie die Welt der Erwachsenen ist, entscheiden sie sich – ganz konsequent – diese Erfahrungen in Geld umzusetzen. Wenn […]

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