Die (kapitalistische) „Unmoral“ hat die Menschen verdorben

Die (kapitalistische) „Unmoral“ hat die Menschen verdorben
„…dass der Markt die Menschen unmoralisch macht.“ Eine schon fast amüsant anmutende Erkenntnis im bürgerlichen Wissenschaftsbetrieb. Selbst die Sozialisten sind da nicht so weit gegangen. Ihnen ist der Kapitalismus, „der Markt“ nicht unethisch, hingegen aber eine historisch bedingte ökonomische Notwendigkeit. Ein notwendiger Tribut auf dem Weg zur Überwindung aller „ökonomischen Gesellschaftsformationen“ (Marx). Allerdings vermutlich dabei eine Sackgasse, da der „Exit“ sich außerordentlich schwer tut. Und nun scheint uns die Antwort diesbezüglich vorzuliegen: Die (kapitalistische) „Unmoral“ hat die Menschen verdorben. Sie offenbar unbrauchbar gemacht, für weniger „egoistische“ Gesellschaftsformationen. So zumindest will es scheinen.

Das war es, das ich zu beweisen suchte
@Duerig: Sie haben meinen Einwand vermutlich völlig missverstanden. Auch die Satire scheint ihnen entgangen zu sein. Sagte ich nicht ausdrücklich, dass die Sozialisten dem Kapitalismus (im Gegensatz zu dessen bürgerlichen Kritikern) eine „historisch bedingte Notwendigkeit“ einräumen? Eben zu genau dem Zweck, den Sie da gerade beschreiben. Doch der Preis ist hoch und der Ausweg scheint zudem verschlossen. Wofür übrigens gerade Ihr Einwand, wie es scheint, den Beleg zu erbringen sucht. Sie übersehen, dass der Kapitalismus nicht nur verantwortlich für Revolutionierung der Produktivkräfte ist, sondern auch durch diese Produktivkräfte selber verantwortet wird. Und genau darin liegt auch der Ausweg. Wir haben uns sosehr daran gewöhnt, dem Kapitalismus all die Vorzüge der modernen technischen Welt anzudichten, dass wir die Alternative nicht mehr wahrnehmen. Denn diese Produktivkräfte sind so revolutionär, dass sie letztlich auch die kapitalistische Produktionsweise in Frage stellen, nämlich dann, wenn die Produktivkräfte im Widerspruch stehen zu den überkommenen Produktionsverhältnissen – zu den kapitalistischen Eigentumsverhältnissen. Am Dilemma des aktuellen Transferkapitalismus sehen wir doch schon, wie überholt das Eigentum an Produktionsmitteln ist. Es steht der weiteren Revolutionierung der Produktivkräfte im Weg. Dies gefährdet letztlich den ganzen so schön von Ihnen beschriebenen Wohlstand. Ein Wohlstand, der im Übrigen stets nur einer Minderheit zukam.

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