Zwecks Überwindung der Reste des Faschismus

Rätebewegung ohne Räte
Kürzlich las ich in einem Gastbeitrag von Dimitris Psarras von der Athener Tageszeitung Eleftherotypia in der Zeitung der Gewerkschaft Ver.di „Publik“, dass diese Bewegung, er erwähnte ausdrücklich Griechenland und Spanien, Elemente der totgeglaubten Rätebewegung zum Vorschein brächte. Dieser Begriff kann auch mit dem ebenso totgeglaubten Begriff „Klassenkampf“ übersetzt werden. Und selbst wenn man die Richtungslosigkeit dieser Jugendbewegung konstatiert, aus zwei Gründen hat sie Potenziale, die über diese selbst hinausreichen: Nicht von ungefähr offenbart sie Formen einer echten Volksrevolution. So befördern die ebenfalls streikenden Athener Verkehrsbetriebe die Demonstrierenden kostenlos. Die Staatsmacht wird ignoriert, ja enteignet. Und genau das macht aus ihr – und das ist der 2. Punkt – eine im Kern internationale Bewegung. Einer, die den Anschluss sucht, an die lohnarbeitenden Massen der Welt. Doch keine Frage: solange sich darin keine Forderungen einer revolutionären Arbeiterbewegung zeigen, stehen diese doch immer noch unter dem Kuratel korrupter Gewerkschaften und altbackener Pseudos aus der sozialistischen, resp. kommunistischen Bewegung, kann dieses Potential sich nicht erhalten oder gar entfalten. Eine Rätebewegung ohne Räte wäre das.

Zwecks Überwindung der Reste des Faschismus
Mit „nationalsyndikalistischen“ Wohltaten dürfte das Regime Francos, resp. das von ihm installierte pseudodemokratische Nachfolgeregime, so wenig gemein haben, wie ein stalinistisches Regime mit bürgerlichen Wohltaten. Ein Heer von abhängigen Crétins verstopft die Arterien hin zu jeder demokratischen Veränderung, ja scheint gar diesen Staat zu beherrschen. Wie die Unterdrückung dieses Richters („Garzóns Popcorn“/„Die Francistische Klassenjustiz und die Verantwortung Europas“) deutlich zeigt. Nämlich als dieser deren muffigen Lumpen zu lüften wagte. Was aber hat die von diesem Staat „verlassene“ moderne Jugend damit zu tun? Eine Jugend, von der 40 % ohne Arbeit ist – und ohne Chance auf je eine solche? Gegen die, die sich ob all dieses Massenelends noch Reichtum sichern, gegen die, die diese von ihnen zu verantwortenden Erstarrung auch noch zwecks persönlicher Bereicherung zu nutzen suchen, gegen die richtet sich der Protest der Jugend. Und aus diesem Grund ist das auch kein Kampf um „Wohltaten“, sondern ein politischer Kampf, zwecks auch Überwindung der Reste des Faschismus. In Spanien wie in Griechenland organisiert sich die europäische Vorhut einer ganzen Generation gegen die sich verbunkernde patriarchale Gerontokratie.

faz.net/spanische-protestbewegung-diese-politik-vertritt-uns-nicht-22-07-2011

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3 Trackbacks

  • Von Altersgelüste am 5. Dezember 2011 um 20:10 Uhr veröffentlicht

    […] das Kapital – die Aneignung des Mehrwerts – das Geheimnis eben dieser Macht) nicht jener nun gealterten Herrschaft ihre Diktaturgelüste. Dort der Glaube an die Macht der Masse, hier die Hoffnung auf […]

  • Von Den Klassenkampf unterschätzt am 4. März 2012 um 14:51 Uhr veröffentlicht

    […] hat nicht nichtjuristisch argumentiert. Hier ein Beispiel für. Die francistische Rechte scheint im postfrancistischen Staatsapparat aber fest verankert zu sein. Nicht unähnlich darin dem Nachkriegsdeutschland. Man könnte Garzón daher eher den […]

  • Von Verantwortung übernehmen – für den Geringsten unter uns am 1. Oktober 2013 um 16:42 Uhr veröffentlicht

    […] übernehmen – für den Geringsten unter uns Zur Zeit des Franco-Regimes wurde von der Exil-Organisation einer revolutionären antifaschistischen Gruppierung eine Aktion […]

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