Wo kommen wir her, wo gehen wir hin? Oder auch: Alles nur Information?

Wieder mal Märchenstunde auf Bayern 2. Es ist entsetzlicherweise die Stunde, in der uns Bayern 2, nicht zufällig der Hofsender Söders, Wissenschaft und Philosophie zu vermitteln sucht (siehe auch: https://www.facebook.com/herold.binsack/posts/10224089150118970) Und: heute mal – wie wir besser sterben (Vom Umgang mit dem Tod). Coronabedingt. Da erzählt uns heute eine Ärztin, die mal die Frau eines bekannten Physikers an der Uni Frankfurt/Main, eines Menschen also, der sich u.a. mit Quantenphysik beschäftigt haben soll, und sogar mit dem Physiker von Weizsäcker zusammengearbeitet habe, war, etwas über das gute Sterben. So erzählt sie ihren Patienten, die das beschäftigt, und nun auch uns: das sei alles nicht so endgültig. Es gäbe etwas danach wie eben auch davor. Das wissen wir von der „Quantenphysik“. Ich setze das in Anführungszeichen. Denn was sie da erzählt, ist alles andere als das was uns die Quantenpyhsik „erzählt“. Das ist Religionsunterricht pur. Nicht so schnöde Dinge wie Materie oder Energie, was eh „dasselbe“ sei, stünden am Anfang, sondern, man höre und staune – die Information. Vor aller Materie und Energie stünde die Information. Aha. Wie dürfen wir uns das vorstellen? Dass da im leeren Raum, gar mit unsichtbarer Tinte geschrieben, ein paar Informationen stünden? Und wer wäre das, der solches dahinkritzele? Die Frage so gestellt, erledigt das eigentlich schon von selbst. Doch das Problem ist, dass offensichtlich nicht nur der Ottonormalverbraucher, sondern auch „Wissenschaftler“, oder deren Ehefrauen, bar jeglicher Vorstellungskraft sind. Sich also nicht vorstellen können, dass sie mit der Konstruktion eines solchen „Anfangs“ auch gleich Gott mit ins Spiel hätten bringen können. Wogegen diese Dame sich natürlich vehement wehrt. Das sei keine Religion – meint sie. Nein, aber es kommt aus dem gleichen Stall! Das Problem liegt darin, dass das naive Bewusstsein sich einen Kosmos nur so vorstellen kann, wie die Welt, die es mit seinen Sinnen zu erfassen versteht. Und diese ist nun mal „endlich“. Zumindest darin, wie wir sie sehen, bzw. glauben zu sehen. Also innerhalb unseres Horizontes. Die Informationsübertragung beim Phasenübergang von einer Form der Materie in eine andere steht eben nicht für Anfang und Ende von Materie oder was auch immer, sondern nur für die jeweilige Übergangsstufe. Doch in diesen jeweiligen Phasenübergängen spielt sich zugleich ein ganz anderes Drama ab. Das Drama der Unendlichkeit. In der Physik dargestellt durch die auf dem Bauch liegende 8. Ohne Anfang – ohne Ende. Was steht also für den Anfang? Nichts! Denn es gibt keinen Anfang, so wenig wie ein Ende. Dazwischen eine ganze Menge, nämlich noch einmal das Gleiche – das Wesensgleiche. In jeder ihrer jeweiligen Phasen – das Ganze noch einmal. Komprimiert, versteht sich. In jeder Endlichkeit steckt also die Unendlichkeit – das Wesen der Unendlichkeit. Doch was ist dieses Wesen? Es ist natürlich in eine jeweilige Form gebunden. In eine Form, die Übertragung, will heißen: Wechelwirkung, erst möglich macht, die sozusagen fluide ist. Und das ist die Energie. Also ohne Energie keine Phasenübergänge. In diese Energie eingebunden, sind die wesentlichen Informationen. In komprimierter Form. Sich also Information materielos vorstellen zu wollen, geht gar nicht. Oder wie gesagt nur als unsichtbare Tinte. Wie gesagt: Wer sollte sie an den leeren Himmel geschrieben haben? Das Ganze ist größer als die Summe ihrer Teile! Das bedeutet, dass in jedem Teil noch einmal das Ganze steckt. Und ja: darin spielt die Information eine entscheidende Rolle. Sie macht diese Identität der Gegensätze erst möglich. Macht sie wesensgleich. Vereint somit auch Endlichkeit mit Unendlichkeit, wie darin alle unendliche Erscheinungsformen wie Phasenübergänge der Materie, ob deren jeweiligen Endlichkeit. Ist somit nicht der Anfang von allem oder dessen Ende, und ersetzt schon gar nicht die Materie, sondern ist die Bedingung aller Anfangs- wie Endlosigkeit. Ob das jetzt jemanden die Angst vor dem Tod nimmt, lass ich mal dahingestellt.

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