Der „Kasten“ als Hypostase

Der „Kasten“ als Hypostase
Ach die unvergessliche Nina Ruge. „Alles wird gut“, mit diesem Satz am Ende ihrer immer schon obsolet gewesenen Sendung diese nun – und ihre Rolle zugleich damit paraphrasierend – dem nun völlig fragwürdig gewordenen Fernsehabend übereignend. Amüsant wie sie das nun verkehren, und der „Unvergesslichen“ endgültig den Garaus machen, und damit zugleich dem Genre dahinter schlechthin. Eines, das uns so oder so die Möglichkeit zu nehmen sucht, die Illusion wenigstens für eine andere Perspektive zu nutzen. Mit oder ohne Gewalt, das was uns da „Gewalt“ antut, ist die Ideologie, dass der Medienkonsum selbst die andere Perspektive sei. Alles i s t gut, wenn du vor dem Kasten sitzt. Der Kasten wird so zur Hypostase, zur selbständigen Seinsstufe, und damit macht er die Wirklichkeit, die er ja einfangen soll, unsichtbar. Kritisches Bewusstsein entsteht nur dort, wo die Illusion der Utopie so viel Platz lässt, dass der Blick auf die Wirklichkeit offen bleibt. Also was soll daran gut sein oder werden?

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