Wann hätte die Sozialdemokratie je „sozialdemokratische Politik“ gemacht?

Wann hätte die Sozialdemokratie je „sozialdemokratische Politik“ gemacht?
Der Vorwurf an die Sozialdemokratie, sie würde keine sozialdemokratische Politik mehr machen, trägt in sich schon denselben Verrat an eben denselben darin behaupteten Prinzipien. Denn wann in ihrer langen Geschichte hätte denn die Sozialdemokratie je eine sozialdemokratische Politik betrieben? Zumindest eine, die diesen Namen verdiente?! Schon anlässlich des Gothaer Vereinigungsparteitages („Erfurter“ und „Lassalleaner“) musste sich Marx aufs entschiedenste von der dort versammelten Parteiprominenz distanzieren. In seiner „Kritik am Gothaer Programm“ lesen wir folgendes: „Abgesehn davon ist es meine Pflicht, ein nach meiner Überzeugung durchaus verwerfliches und die Partei demoralisierendes Programm auch nicht durch diplomatisches Stillschweigen anzuerkennen.“ (Brief an Bracke, Mai 1875, MEW 19) Bekanntlich konnten sich Marx und Engels gegen die von Beginn an opportunistische Mehrheit nicht durchsetzen. Das von ihnen kritisierte Programm wurde dann in Erfurt angenommen.

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