Wider dem unverdienten Denkmal

Wider dem unverdienten Denkmal
Österreich ist gespalten, wie im Übrigen ganz Europa. Zunächst muss das nichts heißen, denn gespalten ist die bürgerliche Nation per se und per definitionem. Nach Interessen, nach Klassen und natürlich nach Geschlecht. Eine Zeit lang sah es so aus als hätte diese Gesellschaft neben der bürgerlichen Klasse eine bürgerliche Arbeiterklasse, und Frauen, die sich gleichberechtigend anpassen. Doch die letzte technische Revolution machte eine weitere Spaltung sichtbar und damit dies alles zur Illusion. Die neuen Bildungselemente, die da hervor- und gegen das „Alte“ antraten, bringen die Frauen in die Betriebe und die Jugend auf die Straße. Schnell erkannten sie, dass sie nicht zur Befreiung der Arbeit, sondern nur zu deren Freisetzung bestimmt sind. So realistisch wie klug begriffen sie zuletzt wie unisono, dass der wahre Patriarch wie Gerontokrat nicht dieser alte Mann ist, dem sie jetzt ihre Stimme gaben, sondern jener scheinbar noch junge, der der Vergangenheit ein unverdientes Denkmal zu setzen sucht.

faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/wahl-in-oesterreich-2016-alexander-van-der-bellen-gewinnt

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   
Dieser Beitrag wurde in Aktuelles, Krise des Kapitals veröffentlicht. Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Kommentieren oder einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

Einen Kommentar hinterlassen

Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.