Wohldosierte Klassenjustiz

Wohldosierte Klassenjustiz
Der Skandal hinter dem Skandal ist, dass sich im Rahmen eines sog. Vereinten Europas ein gnadenloser und mit allen Mitteln geführter Konkurrenzkampf abspielt, der – entgegen der Globalisierungssemantik – noch national konnotiert zu sein scheint. Inwieweit das nur die Tarnung ist für transnationale Kapitalgruppierungen, die wiederum ganz persönliche Interessen zusammen zu fassen verstehen, und die wiederum die Epigonen in den jeweiligen nationalen wie supranationalen Verwaltungen steuern, steht natürlich auf einem anderen Tablett. Wie auch immer. Für mich scheint das der wahre Grund sowohl für die Anklage als auch für die scheinbar milden Urteile zu sein. Man will nicht, dass subalterne Kräfte ihre Geschäftsmodelle aufdecken, und das wiederum dürfte aller Rechtsprechung Leitlinie sein; doch es plagt schon, wenn auch nicht das Gewissen, dass die aufgedeckte Doppelmoral als das eigentliche Geschäftsmodell enttarnt werden könnte. Wohldosierte Klassenjustiz – das Urteil also.

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