Die Erniedrigung des Subjekts zum Objekt

Die Erniedrigung des Subjekts zum Objekt
Manchmal denke ich, die französischen Philosophen wollen den deutschen Marx posthum noch schlagen. Statt dialektischen (und historischen) Materialismus ethnographische Soziologie. Statt Verbindung von Theorie und Praxis, sprich: der Erhebung der kämpfenden Klasse auf das Niveau der Philosophie, empirische Feldforschung in den Niederungen dieser Klasse. Statt die „Hölle“ der Armut (das „nackte Leben“) als Grundbedingung des Himmels der Reichen (die „höhere“ Gesellschaft des Kapitals) zu begreifen, Externalisierung des „nackten Lebens“ aus den „höheren Sphären“ der gesellschaftlichen Betrachtungen. Statt das Subjekt der kämpfenden Klasse in den Fokus dieser Betrachtungen zu stellen, huldvolle Teilhabe am Objekt der Ausgestoßenen und Flüchtenden. So als verschöbe sich die deutsch-französische historische (und solchermaßen psychologisch noch schmerzhaft nachwirkende) Konkurrenz auf ein Verhältnis zwischen hier Subjekt dort Objekt der Geschichte.

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