Brutalst-mögliche Naivität

Brutalst-mögliche Naivität
Das hört sich ja an wie ein Rückgriff auf griechische oder römische Tragödien. Und auch ein wenig Jack London sehe ich da, diesmal im „Westend“. Sozialkritik ganz oben! Ja, und Balzac erkenne ich auch. In der Epik, in den scheinbar immerwährenden Kreisläufen, in der brutalst-möglichen Naivität herrschender Klassen. Durchaus möglich, dass diese Leute „diese Stadt“ als ihr Eigentum betrachten. Da separiert sich ein eigener Wirtschaftskreislauf. Es zirkuliert nur das Geld der Reichen. Doch wo kommt dieses Geld her? Selbstverdient haben diese Leute das nicht, auch wenn sie sich noch so selbstbewusst als Leistungsträger fühlen. Und hier ist das Schlachtfeld der wahren Tragödie. Die Eastends dieser Welt sind längst beschleunigt in Bewegung geraten, ähnlich darin den Kontinenten, ob des Schmelzens der sie beschwerenden Eismassen auf ihnen. Ob diese Kerle das sehen oder nicht.

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