Welch Naivität: Realer Sozialismus vs. Volkskapitalismus, oder was?

Welch Naivität: Realer Sozialismus vs. Volkskapitalismus, oder was?
„„Wenn wir die Marktwirtschaft einführen wollen, dann muss natürlich das Volkseigentum zum Kapital gemacht werden, und wir alle müssen Besitzer werden.“ Denn sonst hätten sie in der Marktwirtschaft keine Chance.““ Wie naiv. Was sollte das werden, so eine Art Volkskapitalismus, oder was? Jetzt mal unterstellt, es handelte sich in der DDR der 80er Jahre noch um Sozialismus, und es hätte noch Volkseigentum gegeben, nach meiner Vorstellung war das nicht der Fall, den die herrschende Klasse war längst eine verbürgerlichte Klasse, hätte doch klar sein müssen, was Finanzkapitalismus ist! Ich denke, die seichte pseudosozialistische Phraseologie der neuen Bourgeoisie in der DDR hat besonders den denkenden Leuten, also der sog. Sozialistischen Intelligenz, das Gehirn erweicht. Und darin sehe ich die Hauptursache dafür, dass es zu dieser Plünderung des „Volkseigentums“ durch das westliche Kapital und der zur Mafia mutierten ehemaligen Nomenklatura der DDR kommen konnte. Ein Ereignis, das sich in der Ukraine im Moment zu wiederholen scheint. Dort wie hier wurden und werden die Ansätze zu einer authentischen Volksrevolution, ob der Führungslosigkeit der Massen, sofort in eine lupenreine Konterrevolution verwandelt.

Im Kapitalismus gibt es kein Volkseigentum
Ich weiß im Moment nicht, wie ich Ihren Beitrag verstehen soll, Herr Wehlan. Wollen Sie meine Kritik kritisieren, oder das von mir kritisierte westliche Kapital, welches da in Kumpanei mit der alten DDR-Nomenklatura das sog. „Volkseigentum“ für sich privatisierte? Oder haben Sie einfach nicht verstanden, was ich gesagt habe?
Also noch einmal: Im Kapitalismus gibt es kein Volkseigentum! Staatseigentum, ja! Doch auch dies ist bestenfalls Eigentum des „ideellen Gesamtkapitalisten“ (Marx zum bürgerlichen Staat), in oligarchischen Staaten ist es Beute der jeweils herrschenden Oligarchie. Damit sage ich, dass Kapitalismus immer Enteignung bedingt. Wie in der ganzen Geschichte des Kapitalismus nachzuvollziehen. Der Bauer wird enteignet. Oder auch: bäuerliches Gemeindeeigentum wird privatisiert. Und selbstverständlich werden auch die Relikte eines ehemals sozialistischen Volkseigentums privat angeeignet. Private Aneignung bedeutet aber nicht, dass dieses Eigentum an alle gleichmäßig verteilt wird. Ganz im Gegenteil: es wird gleichmäßig enteignet, wo immer auch möglich! Lediglich in der sozialistischen Übergangsepoche kann in bestimmten Fällen, wo vorhanden, z.B. feudales Grundeigentum an die Bauern verteilt werden. Aber das ist eine Wesensart eben des Sozialismus, nicht des Kapitalismus. Allerdings in entwickelten kapitalistischen Ländern entfällt das. Kleinbauern können zu Kollektive zusammengeschlossen werden, aber das bäuerliche Großeigentum wird umstandslos enteignet, zugunsten eben jenes Volkseigentums.
Ein bisschen Marxismus sollte doch noch vorhanden sein – unter den Wostkindern!

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