Die kindische Omnipotenz und der kulturelle Notstand

Die kindische Omnipotenz und der kulturelle Notstand
Diese Aufgabenteilung zwischen Privatwirtschaft und einer staatlichen Wirtschaft (zugunsten der Infrastrukturen für die Privatwirtschaft), mag ja als klassisch gelten – für die kapitalistische Ökonomie, doch fehlt dem heutigen Staat, insbesondere aber dem US-amerikanischen, das Geld dafür. Die Ausgaben für die Kriegsindustrie scheinen nicht mehr zu bändigen. Und diese Kriege mögen ja für alles Mögliche gut sein, doch nicht für die Infrastruktur innerhalb der USA. Auch und gerade nicht für die kulturelle. Dieser Bildungsnotstand und die Militärpolitik (incl. der „Waffenpolitik“) der USA, das lässt sich als die 2 Seiten einer Medaille begreifen. Vielleicht mit ein Grund für, warum die USA mit ihren Bespitzelungsaktivitäten die Vorteile ihrer Partner/Konkurrenz abzusaugen suchen. Sie haben gar keine andere Wahl. So auch beteiligt man sie nicht nur an den Kriegskosten, sondern beutet auch deren „Infrastrukturvorteile“ aus.

Dass Japan nach dem Krieg nämlich so wahnwitzig schnell aufstieg, verdankt sich sicherlich auch der von Japan strikt einzuhalten gewesenen „Antirüstung“. Nur leicht zu bewaffnende quasi Bürgerkriegstruppen waren Japan erlaubt. Und man mag die Japaner ja als die Preußen des Ostens bezeichnen, doch wie hochgebildet sie sind, das zeigt sich in ihrem Vorsprung in der Computer -und Robotertechnologie.

Omnipotente Machtgefühle mögen bei der Entwicklung des Kindes zum Manne notwendig sein, dem Erwachsenen werden sie zur Gefahr. Wie gefährlich – und darin zugleich wie naiv –, das zeigte vielleicht die Wahl jenes Juniors der Bush-Familie zum Präsidenten der USA.

Und es mag sein, dass der Präsident Obama sich solchen Gefühlen nicht zu unterwerfen gedenkt, so wenig wie dem Geschmack dieser Leute, und ja: der „Ästhetizismus“ der Mächtigen galt schon immer als ein Synonym für deren Dekadenz, doch er macht ihnen viel zu viele Avancen. Die gesamte Außenpolitik, ja Innenpolitik gar, steht noch unter dem Einfluss des Vorgängers. Und wenn er so weiter macht, wird dies auch sein Nachfolger, gleich welcher Partei angehörig, so fortsetzen.

Der Skandal um die NSA-Bespitzelung lässt sich auch als Drohnenangriff auf den Weltbürger – die Bürger der Welt – begreifen. Und hier schließt sich der Kreis.
Die Ironie, dass ein republikanisch-beherrschter Think Tank Obama, wie es scheint, von „links“ kritisiert, hat Obama verdient. Wer sollte das auch tun? Eine „Linke“ hat in den USA so gut wie keine ideologische oder praktische Bedeutung. Das, was sich in den USA links nennt, wäre bei uns bestenfalls als liberal zu bezeichnen. Was aber nicht bedeutet, dass eine solche Kritik nicht ernst zu nehmen wäre, aber sie kommt nicht von ungefähr von den falschen Leuten. Ist daher nur in dieser Hinsicht, nämlich in Bezug auf den Kritiker, als schlechten Witz zu begreifen. Doch in der Bildungspolitik haben bisher alle Regierungen der USA versagt, warum sollte das unter Obama anders gewesen sein.

blogs.faz.net/sonntag/2013/09/15/obama-gibt-disziplinlosigkeit-zu

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