Ein Spiel mit gezinkten Karten

Ein Spiel mit gezinkten Karten
Ich habe den Film gesehen. Ein spannender Film. Eben ein Redford. Doch dessen Botschaft bleibt mir fremd. Wenn es eine „Ehrenrettung des Linksradikalismus vergangener Tage“ gewesen sein soll, dann doch eine fragwürdige. „Mimi“, die härteste und scheinbar bis in die Gegenwart hinein überzeugteste von allen, opfert sich schließlich um dem „weichsten“, dem von allen noch am wenigsten jetzt überzeugten, nämlich Grant, die Möglichkeit zu lassen, sein Kind groß zu ziehen. Das ist – gelinde gesagt – die Fortsetzung der bürgerlichen Romantik, die den sog. linksradikalen Terrorismus vom Grunde her schon umweht. Es scheinen dies eh die einzigen Helden zu sein, die die Bourgeoisie im linken Lager akzeptiert. Die, die sie am Ende dann vernichtet. Gerettet ist die bürgerliche Tristesse, welche sich durch den Sieg über die nicht minder bürgerliche (terroristische) Romantik nun etwas interessanter gemacht hat. Ein Spiel mit gezinkten Karten. Und die ausgebeuteten und unterdrückten Massen bleiben außen vor – dort wie hier.

faz.net/aktuell/feuilleton/kino/die-akte-grant-von-robert-redford-frueher-waren-wir-loewen

www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF   
Dieser Beitrag wurde in Buch- und Filmkritik, Das Feuilleton und das Patriarchat, Kunst, Kultur, Freizeit veröffentlicht. Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Kommentieren oder einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

Einen Kommentar hinterlassen

Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.