Eine neue Epoche der Sklaverei

Eine neue Epoche der Sklaverei
Wenn ich solche Berichte lesen, und ich lese das wahrlich nicht zum ersten Mal, stelle ich mir schon die Frage, ob wir uns gar in Richtung einer neuen Form der Sklaverei entwickeln? Einer Sklaverei, einer Form der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, wie sie eher der Antike angepasst wäre, als dem modernen Kapitalismus. Einer Sklaverei, welche schon nicht mehr als Lohnsklaverei bezeichnet werden kann, dennoch eine Form derselbigen ist. Und wenn wir uns die Geschichte der Antike, der griechischen und römischen zum Beispiel, vornehmen (ich verweise da immer wieder auf die Forschungen von George Thomson zur Altgriechischen Gesellschaft), da finden wir neben der Sklaverei auch schon Keimformen der Ausbeutung von Lohnarbeit. Warum also auch nicht mal umgekehrt? Neben der Lohnarbeit Keimformen der Sklaverei!

Und alles weist genau darauf hin. Die Ausbeutung der Lohnarbeit ist längst in der Krise. Und wie sollte es auch anders sein, angesichts jenes hochorganischen Kapitals, welches sich selber ausbeuten müsste um Profite zu machen, um ausreichend Mehrwert abzuschöpfen. Der „tendenzielle Fall der Profitrate“, ein wohl aus guten opportunen Gründen heftig bestrittenes marxsches Gesetz, hat die Realität dennoch voll erfasst. Dieses hochorganische Kapital weist eigentlich in Richtung eines Ende der ökonomischen Gesellschaften, doch in wenigen Händen konzentriert, gebiert es eine neue Aristokratie, eine neue Klasse innerhalb der Bourgeoisie, und mit dieser eine neue/alte Form der Ausbeutung. Mehr Freibeuter als zivile Finanzkapitalisten. Es sind Oligarchen, die, wie es scheint, über den Marktgesetzen schweben.
Soweit Lohnarbeit ausgebeutet wird, dann über die Ausbeutung der minderorganischen Konkurrenz. Das Kapital zahlt seinen Tribut an diese Freibeuter. Längst befindet sich das Milliardenheer der globalen Lohnsklaven – sozial betrachtet – unterhalb des Existenzminimums, also unterhalb dessen, was man einst einem Sklaven angedeihen ließ, angedeihen lassen musste.

Die Ausbeutung von Akademikern folgt genau dieser Logik. Und einer anderen. Der, der falschen Ideologie. Ideologisch wie habituell an die Klasse der Ausbeuter gebunden, an die Illusion der „gerechten Entlohnung“, hoffen sie sich in den Kreis der Privilegierten einzuschmeicheln. Ich werde es doch wohl schaffen? So hofft jeder heimlich für sich.

Daher wäre meine Antwort auf die Frage der Studentin wohl eher unbefriedigend. Selbst wenn es ihr gelingt, ihre Arbeit mal angemessen bezahlt zu bekommen, ist das doch keine Option für eine ganze Generation, ja für alle Generationen von nun an. Mal abgesehen davon: was wäre der Maßstab für „Angemessenheit“? Dieser geht uns doch gerade verloren. Wir erleben gerade wie die „abstrakte Arbeit“ sich jeder Wertbestimmung entzieht, wie alle Waren, ganz generell.
Die ökonomischen Gesetze verlieren ihre Bedeutung, und zwar nicht nur, weil das Kapital sie eh nie verstanden hat, sondern da ihre Kategorien nunmehr obsolet werden. Daher auch die Sinnkrise in den ökonomischen Wissenschaften. Unsere heutigen Ökonomen haben viel gemeinsam mit einer Zigeunerin, die uns unser Schicksal aus der Hand zu lesen vorgibt.

Die derzeit die ganze Welt zu erfassen scheinenden revolutionären Aufstände gehen nicht von ungefähr von der Jugend und von den Frauen aus. Sind sie doch das Subjekt, welches da in die Sklaverei geführt wird. Diese begann mit dem Patriarchat und sie endet mit diesem. Und es steht zu hoffen, dass die Frauen da ihre Frau stehen so wie die Jugend ihren „Mann“.

blogs.faz.net/stuetzen/2013/06/23/so-hatte-ich-mir-die-berufliche-zukunft-nicht-vorgestellt

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