Das Benthamsche Panoptikum verinnerlicht habend

Das Benthamsche Panoptikum verinnerlicht habend
Nach Rainer Funk wirkt die „Entgrenzung“ als „Doping der Seele“. Doch für ein selbstbestimmtes Leben reicht es eben nicht aus Begrenzungen aufzuheben. Es bedarf der immer wieder „neu gesetzten Grenzen“ und „der Auseinandersetzung“ (vergl.: blog.ebook.de/empfehlungen/rezensionen-pressespiegel/rezension-zu-der-entgrenzte-mensch-von-rainer-funk) mit diesen. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung ist per se eine entgrenzte. Von Beginn an strebte sie nach grenzenloser Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Dieses Streben wird, wenn ihm keine Grenzen gesetzt werden, den Menschen selbst aufheben, zunächst als Subjekt, dann als soziobiologische Entität. Die offenbar nur im Menschen angelegte Möglichkeit der Freiheit, welche laut Karl Marx das „Reich der Notwendigkeit“ zu sprengen vermag, verwandelt sich in der kapitalistischen Gesellschaft in ihr Gegenteil: in ultimatives Tyrannentum. Doch eines äußeren Tyrannen bedarf der „entgrenzte Mensch“ nicht mehr. In jedem von uns wirkt dann die Marktlogik als Gehirnfessel. Das Panoptikum verinnerlicht habend.

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2 Trackbacks

  • Von Sicherheitsinteressen und Marktinteressen sind identisch am 17. Juli 2013 um 22:35 Uhr veröffentlicht

    […] das kapitalistische Eigentum in Frage stellen und zugleich das Subjekt entbinden – “entgrenzen“. Daraus ergibt sich ein paralleler Auftrag an Sicherheitsindustrie wie […]

  • Von Pragmatisch und „entgrenzt“ – die Borderline-Persönlichkeit am 19. August 2013 um 00:25 Uhr veröffentlicht

    […] der gestörten Persönlichkeit ist, weder in individueller noch in gesellschaftlicher Hinsicht. Der „entgrenzte Mensch“, die Borderline-Persönlichkeit, scheint mir typischer, ergänzt durch das „autistische […]

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