Ist das Denken eine „gebrochene Dimension“?

Ist das Denken eine „gebrochene Dimension“?
Den kulturellen Einfluss könnte man noch weiter spezifizieren. So habe ich mir vor einiger Zeit schon die Vorstellung zu eigen gemacht, dass die Hybris eines Kapitals, welche da Energieverschwendung für die Grundverschwendung schlechthin hält, der eigentliche Motor bei der Entdeckung des 2. Satzes der Thermodynamik gewesen ist. Bezogen habe ich mich dabei auf eine hochinteressante Ausarbeitung, welche ich im Internet gefunden hatte.

Die subjektiven Interessen, die individuellen- wie auch Klasseninteressen, sind eine nicht unwesentliche Triebfeder beim Auffinden des Objekts der wissenschaftlichen Begierde. Sie bestimmen Thema und Richtung einer ganzen Forschungsepoche, und damit unterdrücken sie zugleich all die anderen Möglichkeiten. Wo die möglichst wirkungsverlustarme (wie zeitsparende) Umwandlung aller verfügbarer Energie(quellen) in Arbeitsenergie die Forschungsgier befeuert, kommt die Umkehrung dieser Beziehung, nämlich die Rückwirkung hierbei auf Mensch und Natur, erst dann zum Bewusstsein, wenn der ganze biochemische und biothermische Organismus irreversible Schäden erlitten hat. Von den sozio-kulturellen Deformationen ganz zu schweigen.
Jetzt sind wir soweit und reden von „Entschleunigung“, ohne mit diesem Begriff allzu viel anfangen zu können. Daher in Anführungszeichen. Beschleunigung, das ist unser auf uns maßgeschneiderter Begriff. So sehr, dass wir immer noch Autos bauen, deren Beschleunigungsmöglichkeiten unsere kulturelle Weiterentwicklung, wenn nicht gar unser nacktes Überleben behindern. Und warum das Ganze? Weil wir auf einen Raum fixiert sind, der uns quasi – in der Zeit – zu entfliehen scheint.

Und das wird jetzt wohl eine Epoche der Forschung hervorbringen, die dem Verhältnis zwischen „dunkler Energie“ und „dunkler Materie“ gewidmet sein wird. Die Möglichkeit, dass es beides gar nicht gibt, sondern nur das Vakuum, was durch unsere bisherigen Irrtümer hervorgebracht wurde, nur noch mal mit weiterer Leere „auffüllt“, kommt dabei wenig in Betracht.

Es wird uns dabei nur ein kleiner Trost sein, dass diese wissenschaftliche Irrfahrt, der eines Odysseus fast haargenau entspricht. Denn während der antike Mythos eine Penelope 20 Jahre auf ihren Gatten warten lässt, ohne dass diese an ihm zweifelt, ist eine Gesellschaft, die auf die kürzeste aller möglichen Zeit fixiert ist, weniger geduldig. Die Zeit verfehlen, kann heute bedeuten, das Schicksal einer ganzen historischen Epoche verspielen. Die Grundfragen müssen immer wieder ins Auge genommen werden:

Gibt es ein Verhältnis zwischen Raum und Leere im Kosmos? Kommt aus jener „Leere“/dem „Nichts“ der Raum? Bzw., ist alles Energie durchflutet (von Ewigkeit/von Beginn an)? Und was wäre dann Materie und Raum im Kontext solcher Fragestellungen? Und ist auch eine solche Materie in Wahrheit nur Energie, und alles Drumherum ein Hologramm, die Perspektive eines intelligenten Subjekts? Wie inhärent überhaupt ist ein solches Subjekt – eine jene Perspektive – in Bezug auf das von ihm wahrzunehmende/wahrgenommene „Äußere“?
Entsprechen biologische wie soziale Organismen, aus kosmischer Sicht, einem Fraktale-Algorithmus? Also ist des Menschen Denken nur eine „gebrochene Dimension“ innerhalb dieses Kosmos?
Ohne solche und weitere eigentlich philosophischen Fragen, erleidet jede auf rein technischen Fortschritt orientierte „Naturwissenschaft“ ihre eigene Irrfahrt.

faz.net/blogs/planckton/archive/2012/12/20/kritik-der-reinen-physik-7-die-prophezeiung-der-astronomischen-zukunft

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3 Trackbacks

  • Von Ziellos, dennoch erfolgreich am 31. Dezember 2012 um 19:15 Uhr veröffentlicht

    […] nur eine Erklärung geben: Der Natur ist das Individuum fremd. Physikalisch gesprochen folgt es dem Fraktale-Algorithmus, biologisch der Schwarmintelligenz. Wir Menschen scheinen ob unserer Subjektivität/Individualität […]

  • Von Sehr kryptisch am 13. Februar 2013 um 16:04 Uhr veröffentlicht

    […] ähnlich den stofflichen, ständig brechen. Auch die Gesellschaft scheint irgendwie den Gesetzen der Thermodynamik zu folgen. Doch auch das ist nur eine Metapher. Es sind soziale Kräfte, die hier wirken – […]

  • Von Hunger nach Energie und die „neue Weltordnung“ am 17. Februar 2013 um 16:31 Uhr veröffentlicht

    […] persönliches Eigentum in diesem Kosmos sein dürfte, da mit diesem schlechthin identisch, wird in Arbeitsenergie verwandelt, und zwar in dem Maße wie Arbeit in Lohnarbeit. Dort wo sich das Kapital Rohstoffe wie […]

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