Faule Kritik

Faule Kritik
Mit der Finanzkrise ist es in Mode gekommen, „die“ Banker, „die“ Manager in die Pflicht zu nehmen („sie haben Vorbildfunktion“), wo längst die Kritik an der Gesellschaft – die Selbstkritik – angezeigt wäre. Oder ist es nicht so, dass die Gesellschaft ihre Wertvorstellungen in die Managergehälter projiziert? Das ist nicht nur eine faule Kritik, sondern für die „Manager“ selbst meist folgenlos. Denn es schützt sie das Getue um die sog. Leistungsträger. Ein zudem schwammiger Begriff, der nicht klärt, worin die Leistung eigentlich besteht. Dienst an sich selbst (mit Anspruch auf eine höhere Bezahlung), oder Dienst an der Gesellschaft (mit Verpflichtung zu höheren Steuern)! So scheint es niemanden zu stören, dass die, die höhere Gehälter erheischen, nicht selten, dank eben dieser Leistungsideologie, eigentlich nur die wohlfeileren Steuern bezahlen (wollen), oder gar keine. Wo die Gesellschaft solche Werte in den Fokus der Kritik zieht, wird sie auch mit ihren Platzhirschen fertig.

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