Es rechnet sich ein Kapital zu Tode

Es rechnet sich ein Kapital zu Tode
Auch Marx begrüßte die Einführung des ökonomischen Denkens durch den Kapitalismus. Dennoch: rechnen könne/wolle der Kapitalist nicht. Denn auch das Rechnen ist offenbar interessengeleitet. So ist das Interesse des Kapitals ausschließlich auf den Profit gerichtet. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis zum eingesetzten Gesamtkapital. Nach der Marxschen Kritik der Politischen Ökonomie („Das Kapital, Band I“) besteht das Kapital aus 2 Teilen. Im variablen Kapital, welches in der Beschäftigung der Lohnarbeit aufgewendet ist und dem fixen Kapital, welches sich z. B. in den Gebäuden und Maschinen wiederfindet. Während das fixe Kapital im Wert des geschaffenen Produktes nur insofern enthalten ist, als das es sich dort im Bereich „Abschreibung“ wiederfindet, somit sich also im Produktwert verzehrt, schafft Lohnarbeit neuen Wert – Mehrwert. Mehr Wert als eben jener, welcher in der Ware Arbeitskraft selber enthalten ist. Die Mehrwertrate scheint dem Kapitalisten gleich zu sein, insofern es ihn eher weniger interessiert, wie hoch der Anteil ist, den er nicht bezahlt. Dennoch: letztlich kann auch ein realer Profit nicht losgelöst von der Mehrwertrate richtig berechnet sein, wolle das Kapital sich nicht selbst verzehren, sich also zu Tode rechnen, was wir gerade erleben.

faz.net/Wie wir reich wurden: Ein Kapitalist braucht eine Bilanz, 05.03.2011

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