Eine aufrichtige wie revolutionäre Selbstkritik ist einzufordern

Eine aufrichtige wie revolutionäre Selbstkritik ist einzufordern
Das ist wohl eine billige Rache für Guttenberg. Dennoch, für die „Linke“ sollte dies nicht der Schaden sein. Theorie wie Praxis der SED war nicht nur antimarxistisch, sondern auch sozialfaschistisch. Sozialistisch in Phrasen, faschistisch in Wirklichkeit. Wer in dieser Partei – als Marxist – zu überleben verstand, war entweder Demagoge, Opportunist oder Genie. Gysi mag ein geniales Mundwerk haben, aber ein Genie ist er nicht. Seine heutigen Äußerungen, so treffend sie auch sein mögen, und sie sind es oft, sind vor dem Hintergrund seiner von ihm bis heute nicht überwundenen politischen Vitae, als opportunistisch einzuschätzen. Und auch als demagogisch. Im Zusammenhang mit der Causa Guttenberg erwähnte ich das bereits („Unbrauchbare Instinkte – für Linke“). Dennoch sind Leute wie Gysi innerhalb der sozialistischen Bewegung keine Seltenheit. Der Grund ist einfach. Die sozialistische Intelligenz entspringt immer noch in der Hauptsache der bürgerlichen Intelligenz. Auch im „realen Sozialismus“ war das nicht anders. Das revolutionäre Proletariat ist auf solche Leute angewiesen, dennoch nicht selten von ihnen angewidert. In diesem Spannungsfeld wird die Debatte innerhalb der Linken zu führen sein. Ich fordere von ihm – als Linker – eine aufrichtige, revolutionäre Selbstkritik.

faz.net/Gysis Doktorarbeit: Nicht für den Klassenfeind geeignet, 03.03.2011

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