Der Zickzackkurs des Kapitals

Der Zickzackkurs des Kapitals
„Marktwirtschaftliche Prinzipien gelten längst nicht mehr, sondern sind ersetzt worden durch extremen Lobbyismus“. Falsch: „marktwirtschaftliche“ Prinzipien sind mit Lobbyismus geradezu kohärent. Es gibt keine marktwirtschaftlichen Prinzipien außer dem Prinzip des Profitmachens. Auf welche Weise, das war dem Kapital schon immer gleich. Auch die National-Sozialisten köderten die damals noch irritierte deutsche Industrie – der Begriff „Sozialismus“ war dieser schon suspekt – eben durch fette Staatsaufträge, sicheren Preisen, nicht zuletzt durch die Aussicht die „nichtarische“ Konkurrenz erledigt zu bekommen, wie schließlich mit einem paradiesisch anmutenden „Betriebsfrieden“. Diese Art von Sozialismus war dann doch nach ihrem Geschmack. Hierin spiegelt sich die Krise des Kapitals, dessen historische Begrenztheit, die Tendenz zum „Sozialismus“. Jede Krise bringt den Sozialismus ökonomisch näher. Wenn auch politisch nicht, solange es dem Kapital nämlich gelingt, sich aus diesen Krisen wieder heraus zu mogeln. Mit quasi sozialistischer Phraseologie, die nur monopolistische Taktik ist. Die Verwertung des Werts ist historisch begrenzt durch die Verwertung von abstrakter Arbeit, deren Ende absehbar ist. Daher der Zickzackkurs, eines Kapitals Fortschritt.

faz.net/Blick auf den Finanzmarkt: In der Geiselhaft der Banken, 13.01.2011

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  • Von Spiegelverkehrtes Denken am 24. Januar 2011 um 14:42 Uhr veröffentlicht

    […] Sozialismus am Ende wie ein reifer Apfel vom Baum fiele. Denn während die Ökonomie in Richtung Sozialismus tendiert, und in jeder Krise wird das manifester, so barbarisiert zugleich eine jene Gesellschaft, die sich […]

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