„Es gibt keinen politisch-korrekten Sex“

„Es gibt keinen politisch-korrekten Sex“
Das Problem bei solchen Beiträgen ist, dass man dabei noch politisch korrekt bleiben soll. Es sei denn, man liebt die Provokation. Im Zeitalter der Gendergerechtigkeit, haben’s Sie’s bemerkt: wir reden nicht mehr von Gleichberechtigung, sondern von Gerechtigkeit, kann es einem schnell ergehen, wie mir zum Beispiel (vgl.: „Die gnadenlosesten Amazonen“, meine letzte Frage an die genannte Dame, nämlich von welchen „Eiern“ hier eigentlich die Rede sei, wurde dann auch nicht mehr gesendet, stattdessen ein Beitrag von einer Geschlechtsgenossin –vermutlich -, die dies dann beizubügeln suchte, indem sie das in „Eierstöcke“ umbog, ohne dass sie eigentlich von meinem Nachhaken hätte etwas wissen dürfen, denn der wurde ja nicht gesendet!? – Merkwürdig!)

Frau kann dann ohne sich selbst der Verlegenheit unterziehen zu müssen zu argumentieren, die Keule der „Frauenfeindlichkeit“ schwingen. Das ist Gerechtigkeit, nämlich wenn Ignoranz gleichberechtigt sein darf, mit überlegter Argumentation, gendergerecht, der sprachlichen Sterilisierung unterworfen (Männer lasst euch bloß nicht sterilisieren!). Das übrigens ist für mich ein wesentlicher Grund warum ich gewisse Damen für nicht attraktiv halte. Denn ich halte es da mit Zizek, der da völlig zu Recht abstreitet, dass es politisch-korrekten Sex gäbe. Denn wer das will, der will das S p i e l der Unterwerfung auf die U n t e r w e r f u n g reduzieren. Und der verbirgt seine Aggression. In der Liebe, beim Sex, wie im Leben, sind die Geschlechtspartner nicht einfach nur Partner, sondern auch Gegner, das sollte man nie vergessen! Und wo hätte es jemals Gerechtigkeit zwischen Gegnern gegeben? Gleichberechtigung, ja!- die erkämpfte selbstredend!

Und vielleicht ist das auch der Grund, warum ich diesem Beitrag die Pointe nicht entnehmen kann, das ist mir alles zu sehr umschrieben. – Schade! Aber hier ein Auszug aus Zizeks Interview, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

„Nun, sprechen wir über sexuelle Belästigung: Natürlich bin ich gegen so
etwas. Aber seien wir ehrlich: Sagen wir, ich bin einem Mann oder einer Frau
leidenschaftlich verbunden oder verliebt und erkläre diesem Menschen meine
Liebe, meine Leidenschaft. Das hat immer etwas Gewaltsames oder
Schockierendes. Es klingt vielleicht wie ein Witz, soll aber keiner sein: Das
Spiel der erotischen Verführung lässt sich nicht politisch korrekt vollziehen. Es
gibt den Augenblick der Gewalt, in dem wir sagen: Ich liebe dich, ich will
dich, und dieser gewaltsame Aspekt lässt sich nicht umgehen. Daher denke ich,
dass auch die Furcht vor sexueller Belästigung in gewisser Weise eine Angst
vor der zu offenen, zu gewaltsamen Begegnung mit dem anderen Menschen
zum Ausdruck bringt. Aber es gibt noch eine weitere Sache, die mich am
Multikulturalismus stört. Wenn Leute mich fragen, wie kann ich sicher sein,
dass ich kein Rassist bin, antworte ich: Es gibt nur einen Weg − wenn ich mit
Angehörigen anderer Gruppen Beleidigungen und schmutzige oder brutale
Witze austauschen kann und wir dabei beide wissen, dass es nicht rassistisch
gemeint ist. Dieses politisch korrekte Spiel hingegen − Oh, ich respektiere
dich, wie interessant sind deine Gebräuche −, das ist invertierter Rassismus
und ekelhaft. In der jugoslawischen Armee waren wir alle gemischter
Nationalität. Wie habe ich dort Freundschaft mit Albanern geschlossen? Indem
wir begannen, Obszönitäten, sexuelle Anspielungen und Witze auszutauschen.
Der politisch korrekte Respekt aber ist, wie Freud es so schön nannte,
„zielgehemmt“. Die Aggression gegen den Anderen ist dabei noch immer da.“

(Der Krieg und das fehlende ontologische Zentrum der Politik, letzter Zugriff: 17.11.2010 – Sabine Reul und Thomas Deichmann im Gespräch mit dem Philosophen Slavoj Zizek)

faz.net/blogs/stuetzen/archive/2010/11/16/vom-sexualleben-jenseits-der-sozialen-ordnung

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2 Trackbacks

  • Von Das gewisse Etwas am 12. Januar 2011 um 19:52 Uhr veröffentlicht

    […] in das andere umschlägt, eben nicht wiederum quantifizieren kann. Es ist quasi die „Lücke“ (Zizek), die sich unserem Zugriff entzieht. Es wird darüber gerätselt ob diese Lücke nicht letztlich […]

  • Von Spiegelverkehrtes Denken am 21. Januar 2011 um 17:03 Uhr veröffentlicht

    […] heute Versuche, gar seriöse, wie ich meine, Kants erkenntniskritische Methode retten zu wollen. Zizek wäre da kein schlechter Kandidat für, soweit er den Kantschen Idealismus nicht zu retten […]

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